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Zuletzt aktualisiert: 09.04.2010 um 12:11 UhrKommentare

"Außerhalb von Bangkok bekommt man wenig von den Demos mit"

Marlene Schnepfleitner, Studentin in Graz, hielt sich zu Beginn der Demonstrationen in Bangkok auf. Sie berichtet, wie sie die derzeitige Lage in Thailand erlebt, und welche Nachteile sich für Thailand-Reisende ergeben.

Foto © Reuters

Marlene Schnepfleitner, Sie sind seit Mitte März in Thailand. Wie haben Sie die Situation in Bangkok erlebt?

MARLENE SCHNEPFLEITNER:Ich bin am 15. März angereist. Bei der Fahrt ins Zentrum kam es aufgrund der Demos zu Verzögerungen. Die gesamte Situation wirkte aber sehr friedlich und glich eher einem Straßenfest als einer Demo. Auch Kinder waren dabei. Seitlich wurden die Proteste von der Polizei begrenzt. Beim Besuch von nahegelegenen Tempeln konnte ich immer wieder Demonstranten durch Megaphone sprechen hören.

Foto

Foto © Marlene Schnepfleitner

Foto vergrößernMarlene SchnepfleitnerFoto © Marlene Schnepfleitner

Der Konflikt zwischen Regierung und Opposition im Land scheint zu eskalieren: Wie ist die Lage derzeit?

SCHNEPFLEITNER: Ich befinde mich momentan in Krabi, also im Süden Thailands, hier merke ich von den Problemen eigentlich nichts. Man bekommt ziemlich wenig mit, im Fernsehen sehe ich Bilder von den Demos, die thailändisch kommentiert werden. Als ich in Chiang Mai, also im Norden war - vor ungefähr einer Woche - konnte ich ab und zu Autos sehen, die offensichtlich mit ihren roten T-Shirts auf dem Weg zu den Demos waren.

Wie steht die thailändische Bevölkerung zu den Demonstranten, die selbst großteils aus den ländlichen Regionen stammen?

SCHNEPFLEITNER: Ein Barkeeper in Krabi hat mir erzählt, dass er findet, dass die Leute in Bangkok verrückt sind. Scheinbar unterstützen aber sehr viele die Einstellungen der Opposition, da die Anzahl der Demonstranten ja laufend gestiegen ist.

Das österreichische Außenministerium gab eine Reisewarnung für den Großraum Bangkok heraus. Merken Sie als Touristin etwas von besonderen Sicherheitsvorkehrungen vor Ort? Fühlen Sie sich in Gefahr?

SCHNEPFLEITNER: Als ich dort war, habe ich nichts von besonderen Sicherheitsvorkehrungen gemerkt, bis auf das große Polizeiaufgebot. Ich habe mich nicht in Gefahr gefühlt, wenn ich mich in der Nähe von den Demos bewegt habe. Ich bekam öfters die Information, dass es für Touristen nicht gefährlich sein soll. Der Tourismus ist sehr wichtig für Thailand, weshalb vermutlich darauf Wert gelegt wird, Touristen nicht zu gefährden.

INTERVIEW: Kleine Zeitung DIGITAL

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