"Folter": Juncker droht Spekulanten mit schwerem Geschütz
Der Eurogruppen-Chef stellt Finanzmarktakteuren aufgrund von Spekulationen gegen das hoch verschuldete Griechenland die Rute ins Fenster: "Wir haben die Folterwerkzeuge im Keller".

Foto © APJean-Claude Juncker rüstet verbal auf
Der luxemburgische Ministerpräsident und Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat den Finanzmarktakteuren angesichts andauernder Spekulationen gegen das hoch verschuldete Griechenland Sanktionen angedroht. "Wir haben die Folterwerkzeuge im Keller, und wir zeigen sie, wenn es nötig ist", sagte Juncker dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe).
"Wir müssen das Primat der Politik wieder stärken, sie muss die Finanzmärkte stoppen können." Die Politik sei nur soweit erpressbar, wie sie sich erpressen lasse. Sollte Griechenland seine Vorgaben einhalten, die Märkte aber dennoch weiter gegen das Land spekulieren, "werden wir die Märkte da nicht einfach durchmarschieren lassen."
"Müssen uns einen Werkzeugkasten zulegen"
Mit welchen Maßnahmen die EU gegen die Spekulation vorgehen könnte ließ Juncker offen. Man werde aber ganz allgemein über die Auswirkungen des Verhaltens gerade auch der Banken reden müssen. Der Chef der Eurogruppe sieht zudem nach einer Lösung der Krise die Notwendigkeit, die Regeln in der Euro-Zone zu ergänzen. "Wenn wir das griechische Problem gelöst haben, müssen wir uns einen Werkzeugkasten zulegen, um ähnliche Probleme in der Zukunft zu vermeiden", sagte Juncker. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an seinen früheren Vorschlag eines Eurobonds.
EU-Währungskommissar Olli Rehn wollte am Montag in Athen mit Vertretern der griechischen Regierung und der Notenbank Wege zur Entschärfung der Finanzkrise Griechenlands suchen. Auch EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark nimmt an den Gesprächen teil. Athen hat mehr als 300 Milliarden Euro Schulden. Rehn will darauf dringen, dass Athen mit seinem Sparprogramm alle Möglichkeiten ausschöpft, um das gigantische Haushaltsdefizit von 12,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes innerhalb eines Jahres um vier Prozentpunkte zu drücken.
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An den Devisenmärkten hatte die Ungewissheit über ein mögliches Rettungspaket für Griechenland eine Spekulationswelle gegen den Euro ausgelöst. Seit seinem Jahreshoch im November 2009 von rund 1,51 Dollar hat der Euro rund 10 Prozent verloren.













