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Zuletzt aktualisiert: 11.11.2009 um 22:09 UhrKommentare

Frau von Schweizer Geisel appelliert an Menschlichkeit Gaddafis

"Psychologisch war es Folter", sagt die Frau eines der in Libyen festgehaltenen Geschäftsmannes gegenüber dem Westschweizer Fernsehen. Sie appelliert an Gadaffis Familie, ihren Mann freizulassen.

Foto © APA

Die Ehefrau eines der in Libyen festgehaltenen Schweizer hat im Westschweizer Fernsehen TSR an die Familie des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi appelliert, "ihre menschliche Seite sprechen" zu lassen. Sie bitte darum, dass ihr Mann zu ihr zurückkehren könne, sagte die Frau am Mittwochabend. Die beiden Geschäftsmänner können das nordafrikanische Land seit Mitte Juli 2008 nicht verlassen. Seit Montag befinden sie sich in der Schweizer Botschaft in Tripolis. Ihr Mann und der zweite Schweizer hätten die Zeit von Mitte September bis Montag, in der sie als verschwunden galten, in einer bewachten Villa zugebracht, erzählte die Frau.

Die beiden Männer hätten in separaten, jeweils abgesperrten Zimmern gelebt: "Sie konnten nicht miteinander sprechen und wurden dauernd überwacht." Die Frau bestätigte Informationen des Berner Außenamts, wonach die Geiseln nicht misshandelt worden seien. Sie hätten in den vergangenen Wochen auch genug zu essen sowie Zugang zu Medikamenten gehabt. "Psychologisch war es allerdings Folter!", sagte die Frau, die mittlerweile wieder regelmäßig Telefongespräche mit ihrem Mann führen kann.

Die Geiselaffäre steht in Zusammenhang mit der vorübergehenden Festnahme von Gaddafis Sohn Motassim Bilal (genannt "Hannibal") in Genf. Die dortige Kantonspolizei hatte im Juli vorigen Jahres in dem Luxushotel "President Wilson" den Gaddafi-Sohn und dessen Ehefrau Aline aufgrund einer Anzeige wegen Misshandlung vorübergehend festgesetzt. Zwei Bedienstete, eine Tunesierin und ein Marokkaner, hatten das Paar angezeigt. Sie warfen ihm vor, sie geschlagen, beleidigt und härtesten Arbeitsbedingungen unterworfen zu haben. Der Schweizer Bundespräsident Hans-Rudolf Merz hatte sich bei einem Blitzbesuch in Tripolis darauf eingelassen hatte, die Entscheidung über Schuld oder Unschuld der Genfer Polizei einem ausländischen Schiedsgericht zu überlassen. Der Genfer Staatsrat (Kantonsregierung) stellte sich voll hinter die Justizbehörden und die Polizei. Merz hatte betont, mit der "Entschuldigung" bei Libyen habe sich die Schweiz nicht für ihr eigenes Rechtswesen entschuldigt, sondern nur für die Umstände der Verhaftung des Gaddafi-Sohnes. Diese seien "im Nachhinein gesehen in der Tat sehr hart" gewesen. Diese Aussage hatte in Genf heftige Kritik hervorgerufen.


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