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Telekom-Prozess: Urteil verzögert sich 132 Zeugen, ein Kilometer Akten Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Untersuchungsausschuss Nächster Artikel Telekom-Prozess: Urteil verzögert sich 132 Zeugen, ein Kilometer Akten
Zuletzt aktualisiert: 16.06.2012 um 11:34 UhrKommentare

Motorola-Anwalt belastet Mensdorff-Pouilly schwer

Die Aussagen von Pouilly zum Blaulichtfunk-Affäre seien falsch, so ein Anwalt des Elektronikkonzerns Motorola. Der Lobbyist habe vom Unternehmen Geld erhalten und als "Türöffner für den österreichischen Markt" fungiert.

Alfons Mensdorff-Pouilly

Foto © APAAlfons Mensdorff-Pouilly

Der US-Elektronikkonzern Motorola belastet seinen früheren Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly in der "Blaulichtfunk-Affäre" schwer, berichtet das Magazin "profil" laut einer Vorausmeldung vom Samstag. Ein vom Unternehmen beauftragter New Yorker Anwalt habe Mensdorff-Pouilly vor Ermittlern als "Türöffner für den österreichischen Markt" bezeichnet - und erklärt, dass die Aussagen des Lobbyisten bezüglich des Blaulichtfunks "falsch" seien.

Bei der Vergabe des Blaulichtfunk-Projekts "Tetron" an eine Gruppe aus Motorola, Alcatel und Telekom Austria sollen ungeklärte Zahlungen - allein 2,2 Mio. Euro an Mensdorff - geflossen sein. Mensdorff hat diese Vorwürfe immer vehement zurückgewiesen.

"Die Aussagen bezüglich des Blaulichtfunks von Alfons Mensdorff-Pouilly sind falsch. AMP war für Motorola für den Blaulichtfunk zuständig", sagte der US-Motorola-Anwalt Marcus A. Asner aber laut dem - "profil" vorliegenden - Protokoll seiner Einvernahme beim Bundesamt für Korruptionsbekämpfung in Wien im März.

Der Lobbyist sei vom damaligen deutschen Motorola-Manager Hans-Joachim Wirth allerdings gezielt vor der Konzernleitung in den USA "versteckt" worden. So soll Mensdorff unter dem Codenamen "Manfred" agiert haben. Nach Recherchen von Motorola in den USA sollen in Zusammenhang mit dem "Tetron"-Deal über Mensdorff-Pouilly Schmiergelder an österreichische Amtsträger verteilt worden sein - in Form von "Geschenken, Gratisurlauben und Jobs", berichtet "profil". Mensdorffs Anwalt Harald Schuster habe die Vorwürfe des Konzerns nicht kommentieren wollen - aber festgehalten, dass die Angaben seines Mandanten gegenüber den Behörden "natürlich stimmen".


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