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    Zuletzt aktualisiert: 21.03.2012 um 19:42 UhrKommentare

    "Graf Ali" ist der größte Schweiger

    Mit 43 Entschlagungen im U-Ausschuss hält der Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly den absoluten Rekord. Das härteste Match liefert sich der ÖIAG-Chef Beyrer mit Peter Pilz.

    "Ich habe nie in meinem Leben Politiker bestochen:" Ausschuss-Zeuge Alfons Mensdorff-Pouilly

    Foto © APA"Ich habe nie in meinem Leben Politiker bestochen:" Ausschuss-Zeuge Alfons Mensdorff-Pouilly

    Der hochgewachsene Lobbyist, Ehemann Ex-ÖVP-Ministerin Maria Rauch-Kallat und Großgrundbesitzer kommt grinsend in den Saal - und macht vor allem Eindruck. Offenbar so Großen, dass Alfons Mensdorff-Pouilly etwa vom Fragen stellenden BZÖ-Abgeordnete Stefan Petzner gleich zweimal mit "Herr Graf" angesprochen wird, bevor er dessen Fragen antworten soll. Das tut der in Wien geborene "Landwirt" aus dem Südburgenland, der unter anderem in Österreich sechs Jagdreviere und in Ungarn und in Schottland je eines hat, höchst ungern.

    Schon die allererste Frage, gestellt vom Grünen Peter Pilz, ist Mensdorff zu viel. Nämlich, was er für die Telekom geleistet habe, die ihm 1,1 Millionen Euro bezahlt hat? "Gegen mich wird ermittelt, ich will mich entschlagen", sagt der Burgenländer in verbindlichem Ton und bringt so zum Ausdruck, dass er als Beschuldigter in einem Strafverfahren nicht antworten muss. Das tut er auch nicht die Frage, welche Mitarbeiter von Ministerien er auf seine Jagden schon eingeladen hat. Nicht einmal seine eigene Unterschrift auf ein Papier will er bestätigen. Nach rund eineinhalbstündiger Befragung bringt er es auf 43 Entschlagungen und damit auf mehr als das doppelte des bisher größten Schweigers im U-Ausschuss, dem Telekomlobbyisten und Geldverteiler Peter Hochegger. Offenbar war "Graf Ali" dem Großteil des 27-köpfigen U-Ausschusses so sympathisch, dass ihm dies ohne größere Debatten gestattet wurde, die sonst eher rasch geführt werden.

    Mensdorff-Pouilly gab sich charmant, plauderte detailliert nur über die Jagd, sagte so gut wie nichts Neues und geriet nur einmal aus der Fassung, als ihm der Grüne Pilz detaillierte Zahlenkolonnen angeblicher Bargeldentnahmen aus Firmen von 4,5 Millionen und dann "das klassische Profil eines Geldwäschers" an den Kopf warf. Da brach es aus Mensdorff heraus: "Ich habe nie in meinem Leben einem Politiker, einer Politikerin, einer politischen Partei, einer politisch nahestehenden Organisation irgendeine finanzielle Unterstützung, Sponsoring, Spende, Bestechung, was auch immer gemacht. Auch die ihm nachgesagte ÖVP-Nähe geht ihm gewaltig auf die Nerven. "Es hat schon andere gegeben, die mit zwei Fraktionen im Ehebett gelegen sind", wetterte Mensdorff mit Blick seine Ehefrau Maria Rauch-Kallat (ÖVP).

    "Keine Wahrnehmung"

    Weit weniger lustig ging es Mittwochfrüh bei der Befragung des ersten Zeugen, von ÖIAG-Chef Markus Beyrer zu. Der frühere Wirtschaftsberater von Altkanzler Wolfgang Schüssel und Ex-General der Industriellenvereinigung (IV) lieferte sich mit dem Grünen Pilz die bisher härtesten Bandagen im U-Ausschuss. Pilz hielt Beyrer dessen Teilnahme als IV-Funktionär an Jagden vor, die von der Telekom finanziert wurden. Allein für Beyrer seien 13.000 Euro ausgegeben worden. Er sei damit "so angefüttert worden", dass er nicht in der Lage sei, heute als ÖIAG-Chef und Aufsichtsratspräsident der Telekom diese zu kontrollieren, behauptete Pilz. Beyrer konterte mit dem Vorwurf einer "Suada" von Pilz, den er nach scharfem Protest zurücknahm. Als Pilz insistierte, ob die Industrie Geld von Mitgliedsfirmen an die ÖVP weitergeleitet habe, kam es zum Eklat.

    Pilz wollte ein klares "Ja" oder "Nein" hören, bohrte genüsslich nach, ob Beyrer seine "Frage eh verstanden" habe. Beyrer wich immer wieder aus - bis die Sitzung unterbrochen wurde. Anschließend präzisierte Pilz die Frage, ob Geld von staatsnahen Firmen an die ÖVP gegangen sei, was Beyrer mit der Feststellung "keine Wahrnehmung" konterte.

    WOLFGANG SIMONITSCH

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