Saualm: Kritik an neuem Asylheim
Neues Flüchtlingsheim in der Nähe von St. Andrä soll 50 Personen und Familien beherbergen. Bürgermeister und Bevölkerung wurden vom Land nicht informiert.

Foto © KLZ/Elisabeth PeutzSeit vergangenem Donnerstag wohnen im abgelegenen Alpendorf in Lamm auf der Saualm 30 Asylwerber
Urig gemütliche Wohnungen im bäuerlichen Stil", so bewirbt der ehemalige Tourismusbetrieb auf der Homepage das Almdorf Grassler in Lamm - rund 14 Kilometer von St. Andrä im Lavanttal entfernt. In diesen Apartments wohnen seit vergangenem Donnerstag rund 30 Asylwerber mit oder ohne Familie. Platz ist für 50 Personen, heißt es aus dem Flüchtlingsreferat.
"Ich kann es nicht glauben, dass das Land das hinter unserem Rücken gemacht hat. Ich habe unzählige Anrufe von verunsicherten Anrainern bekommen", sagt Peter Stauber (SPÖ), Bürgermeister von St. Andrä. Viele befürchten, dass es sich um eine zweite "Sonderanstalt für mutmaßlich straffällige Asylwerber" handeln könnte. "Es ist ein normales A-Quartier und keine Sonderbetreuungseinrichtung", sagt Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK). Für die karge Auskunft habe er sich entschieden, weil er nicht im Vorfeld wieder solch einen "großen Wirbel" wie in St. Kanzian haben wollte. Dort ging diese Woche eine Infoveranstaltung wegen eines geplanten Asylheims mit heftigen Protesten aus der Bevölkerung zu Ende. Es wäre das dritte Heim in der Gemeinde gewesen. "Es ist gut so, dass nicht alles nach außen dringt", rechtfertigt sich Dörfler. Das Land habe bis Ende November einer Verpflichtung nachzukommen: 150 neue Asylplätze müssen geschaffen werden.
"Ich verstehe nicht, warum das Land bei solch einem hochsensiblen Thema so unprofessionell vorgeht", sagt Stauber. "Es ist bedenklich, dass ein Asylheim wieder so abgelegen auf einer Alm eröffnet wird." Nur rund einen Kilometer Luftlinie sei das Almdorf von der ehemaligen Sonderanstalt auf der Saualm entfernt.
Das bemängelt auch der grüne Abgeordnete Rolf Holub: "Ein Asylwerberheim in dieser Randregion ist untragbar. Integrative Maßnahmen wie Sprachkurse können nicht gewährleistet werden." Holub kündigt Protest an.
Als fragwürdig bezeichnet die SPÖ Kärnten das Vorgehen, still und heimlich Asylwerber in Lamm unterzubringen. "Kärnten braucht eine verantwortungsvolle, offene und transparente Asylpolitik und keinen blauen Elefanten im zerbrechlichen Integrations-Porzellanladen", sagt Klubobmann Reinhart Rohr.














