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Zuletzt aktualisiert: 11.01.2012 um 21:14 UhrKommentare

Bald tausend Asylanten

Der Flüchtlingsbeauftragte des Landes Kärnten, Gernot Steiner, kündigt im Kleine Zeitung-Interview eine baldige Wiedereröffnung der Saualm an.

Foto © Eggenberger

Wegen der gestiegenen Anzahl von Asylanträgen will Innenministerin Johanna Mikl-Leitner mehr Betreuungsplätze in den Bundesländern. Wie stehen Sie dazu?

GERNOT STEINER: Wenn man die Quote richtig berechnet, wird sie von Kärnten um 2,2 Prozent übererfüllt. Denn man darf nur solche Flüchtlinge in die Berechnung aufnehmen, deren Asylverfahren bereits bewilligt ist.

Wie viele Asylwerber werden derzeit in Kärnten betreut?

STEINER: Derzeit sind es 928, aber wir werden in wenigen Wochen die 1000er-Grenze überschreiten, weil demnächst 70 Plätze dazukommen, 30 davon auf der Saualm, die Ende Jänner wiedereröffnet wird.

Was wurde dort gemacht?

STEINER: Es wurden die Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert, eine neue Fluchtstiege eingebaut. Auch in den Räumlichkeiten wurden Adaptierungen vorgenommen.

Die Saualm soll auch künftig der Aufnahme straffällig gewordener Asylwerber dienen?

STEINER: Wir werden dort Asylwerber mit besonderem Betreuungsbedarf einquartieren, etwa solche, die krank oder traumatisiert sind. Die Betreuung auf der Saualm ist wesentlich intensiver als in anderen Quartieren.

Wie sehr schlägt sich das auf die Kosten nieder?

STEINER: Auf der Saualm liegt der Kostensatz pro Tag bei 40 Euro, während er in anderen Quartieren derzeit noch bei 17 Euro liegt.

Man hat gehört, dass einige Quartiergeber damit gedroht haben, ihre Verträge zu kündigen, weil sie mit den 17 Euro nicht das Auslangen finden?

STEINER: Die kann ich gut verstehen. Denn die Bundesländer drängen seit Jahren auf Erhöhung dieses Satzes, weil es einfach nicht mehr möglich ist, Unterkunft, Vollpension, Heizung und Betreuung um 17 Euro pro Tag zu gewährleisten.

Die Ministerin hat eine Erhöhung auf 19 Euro angeboten. Ist das ausreichend?

STEINER: Ich möchte dem Koordinationsrat der Bundesländer nicht vorgreifen, der diesem Satz noch zustimmen muss. Aber aus meiner bisherigen Erfahrung kann ich sagen, dass die 19 Euro für die mittlere Zukunft ausreichend sind.

Wie beurteilen Sie die Forderung der Ministerin nach mehr Quartieren?

STEINER: Das ist ganz einfach: Man bräuchte nur jene Asylwerber, deren Verfahren abgelehnt wurde, in ihre Herkunftsländer abschieben. Allein in Kärnten gibt es davon 41. Dann wäre genug Platz für Neue.

Die Ministerin sagt, dass es mehr Asylanträge gibt.

STEINER: Bis zum September 2011 gab es eine Steigerung von 27 Prozent. Mittlerweile ist eine Beruhigung eingetreten.

ROBERT BENEDIKT

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