15 Kindern droht die Abschiebung
Flüchtlingsfamilien, die seit Jahren in Kärnten leben, sollen in die Russische Föderation. "Gnadenfrist" bis Ende August. Die Grünen fordern unterdessen humanitäres Bleiberecht für alle Asylwerber.

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Fünf Familien mit acht Erwachsenen und 15 Kindern, die seit Jahren in Kärnten leben, sollen demnächst nach Tschetschenien, Armenien und Dagestan abgeschoben werden, obwohl sie seit Jahren in Kärnten leben und zumindest teilweise bestens integriert sind. Nun bemühen sich gleich mehrere Institutionen darum, den Betroffenen über öffentlichen Druck ein Bleiberecht zu sichern.
Maria Lind vom Verein Aspis, der in Kärnten traumatisierte Menschen betreut, ist fassungslos: "Alle rechtlichen Mittel sind ausgeschöpft, jetzt können wir nur noch in der Öffentlichkeit an die Toleranz und Humanität der Entscheidungsträger appellieren." Alle Migranten kommen aus Kaukasusstaaten, die untereinander Konflikte austragen und von der russischen Armee "befriedet" werden. Lind: "Man muss davon ausgehen, dass diese Menschen in ihrer Heimat politisch verfolgt werden."
Keine Grundversorgung mehr
Bis Ende August können die Familien noch in Österreich bleiben, nach Ablehnung ihres Asylantrages sind sie jedoch aus der Grundversorgung ausgeschieden, bekommen kein Taschengeld und sind nicht mehr versichert.
Ebenso wie die Aspis-Sprecherin appelliert auch SPÖ-Chef Peter Kaiser an Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), sich der genannten Fälle "noch einmal persönlich und mit größter Genauigkeit" anzunehmen. Die Innenministerin solle sich für ein humanitäres Bleiberecht einsetzen. Kaisers Argumente: "Der Lebensmittelpunkt der Familien befindet sich in Kärnten, in der Russischen Föderation dürfte die politischen Flüchtlinge Schlimmes erwarten." Die Betroffenen lassen sich nicht fotografieren, denn sie haben Angst vor Spitzeln der Geheimpolizei aus ihren Herkunftsländern.
Maria Lind ist Psychotherapeutin und betreut eine der betroffenen Familien, zwei Elternteile mit drei Kindern: "Die fünf haben eine traumatische Odyssee durch ganz Europa hinter sich." Die Kinder der Migranten sind zwischen zwei und 15 Jahren alt. Zwei Mütter müssen sich als Alleinerziehende um das Wohl ihrer Kinder kümmern, die durchwegs fließend Deutsch sprechen. Nur eine Mutter beherrscht die Sprache des Gastlandes noch nicht. Lind: "Wann soll eine Mutter von fünf Kindern Zeit finden, Deutsch zu lernen?"
Humanitäres Bleiberecht
Für die Grüne Landtagsabgeordnete Barbara Lesjak ist die geplante Abschiebung von 23 Asylwerbern aus Kärnten eine menschlich Tragödie, die verhindert werden muss: "Ich appelliere an den Landeshauptmann und die Innenministerin, sich für ein humanitäres Bleiberecht einzusetzen. Es geht hier um Familien mit insgesamt 15 Kindern, die seit Jahren in Kärnten leben und bestens integriert sind und auch die deutsche Sprache beherrschen. Diese Menschen sind gekommen, weil sie Hilfe benötigen und jetzt sollen Sie in Länder zurückgeschickt werden, in denen ihr Leben bedroht ist".














