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Zuletzt aktualisiert: 09.12.2010 um 15:27 UhrKommentare

Positive Reaktionen aus der Wirtschaft

Von Seiten der österreichischen Wirtschaft kommt große Zustimmung zur geplanten Rot-Weiß-Rot-Card. Wirtschaftskammer-Präsident Leitl lobt "größtmögliche Transparenz", Kritik hingegen kommt vom BZÖ.

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl

Foto © APAWirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl

Die Einführung einer Rot-Weiß-Rot-Card für künftige Zuwanderer stößt in der Wirtschaft auf Zustimmung. "Durch dieses kriteriengeleitete Zuwanderungsmodell wird klar dargelegt, welche Voraussetzungen Zuwanderer erfüllen müssen. Dies schafft größtmögliche Transparenz sowohl für potenzielle Zuwanderer als auch für die bereits in Österreich lebende Bevölkerung", sagte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl in einer Aussendung.

Als "äußerst positiv" bezeichnete Leitl die Verbesserungen für Uni-Absolventen aus Drittstaaten. Diese sollen, wenn sie ein adäquates Jobangebot haben, in Österreich bleiben dürfen, ohne das kriteriengeleitete Zuwanderungssystem durchlaufen zu müssen. Damit werde vermieden, dass hoch qualifizierte Menschen, die in Österreich studiert haben, das Land wieder verlassen müssen.

Über dieses Vorhaben freute sich auch Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (V). Die Rot-Weiß-Rot-Karte sieht vor, dass ausländische Studierende, die in Österreich ihr Studium absolviert haben, in Österreich arbeiten können, wenn sie ein adäquates Jobangebot mit einer Bezahlung von rund 1.900 Euro haben. Bisher galt für diese Personengruppe die Schlüsselkraftregelung. Das dafür nötige Mindestgehalt lag bei rund 2.460 Euro brutto pro Monat - was de facto eine unüberwindbare Hürde darstellte, so Karl.

Rund 27.200 Personen haben 2008/09 in Österreich ein Universitätsstudium abgeschlossen. Knapp 1.300 der Absolventen kamen aus einem Land außerhalb der EU. Jeder fünfte von ihnen hat an der Technischen Uni in Wien oder Graz studiert. Unter den österreichischen Studierenden entscheidet sich nur rund jeder achte für ein technisches Studium, betonte die Ministerin.

Der Präsident der Industriellenvereinigung-Wien, Georg Kapsch, begrüßte diesen Schritt als "längst überfälligen Umstieg von einem Quotensystem zu einem kriteriengeleiteten Zuwanderungssystem", denn man brauche "aus wirtschaftlichen wie gesellschaftspolitischen Gründen eine proaktive Migrations- und Integrationspolitik". Kapsch wünscht sich aber auch Adaptierungen, etwa bei der Definition der Mangelberufe. Es fehle zudem die Möglichkeit, "durch die Betonung von Zukunftsbranchen in der Säule der Hochqualifizierten besondere Schwerpunkte für die österreichische Wirtschaft zu setzen und entsprechende Talente nach Österreich zu holen".

Kritik am Gesetzesvorhaben kam vom BZÖ. Parteichef Josef Bucher warnt davor, dass sich die Rot-Weiß-Rot-Card zu einer Einwandererfreikarte entwickle. Der Ansatz, dass nur eine kleine Zahl von auch wirklich benötigten Arbeitskräften nach Österreich kommen darf, sei richtig. Es dürfe aber nicht sein, "dass die Rot-Weiß-Rot-Card zur Freikarte für unbeschränkte Zuwanderung auf den österreichischen Arbeitsmarkt wird." Das von der Regierung vorgestellte Modell lasse viele Fragen offen und wirke derzeit "völlig unausgegoren", so Bucher.


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