80 Asylanten droht Abschub
Endlose Asylverfahren, unsichere Zukunft: In Kärnten leben 120 Migranten mit negativem Asylbescheid. 80 von ihnen müssen jederzeit mit Abschiebung rechnen.

Foto © FotoliaAsylsuchende müssen mit langen Wartezeiten rechnen - und mit der Abschiebung
Furcht und Unsicherheit prägten die vergangen sechs Jahre der Familie Badrakh. So lange dauerte es, bis der Asylantrag der mongolischen Flüchtlinge aus dem Jahr 2004 - negativ - beantwortet war. Während dieser Jahre des Wartens wurde Kärnten für die drei Kinder zur Heimat, Deutsch zu ihrer Muttersprache. Nach dieser langen Gewöhnungsphase kam der negative Bescheid wie ein Keulenschlag - plötzlich standen die gut integrierten Schüler und der verwitwete Vater vor der Abschiebung.
Dieses Schicksal teilen die Badrakhs mit insgesamt über 120 Menschen in Kärnten. So viele leben hier mit negativem Asylbescheid. Rund ein Drittel von ihnen muss nicht akut mit einer Abschiebung rechnen, ihnen kommen aufschiebende Umstände zugute, wie etwa fehlende Papiere oder ein unzumutbares Zielland. 80 Personen sind hingegen für die Abschiebung relevant, heißt es aus dem Flüchtlingsreferat des Landes. Die Hälfte davon lebt schon über sechs Jahre in Kärnten und musste lange um eine Entscheidung über ihren Aufenthalt bangen. Warum die Asylverfahren sich derart in die Länge ziehen, erklärt Flüchtlingsbeauftragter Gernot Steiner so: "Es ist äußerst schwierig, von ausländischen Botschaften Auskünfte bekommen, die die Aussagen der Asylsuchenden bestätigen. Die Situationen in den Ländern sind oft schwer nachzuvollziehen." Der Asylgerichtshof (AGH) in Wien hat alleine 10.000 Fälle von Asylsuchenden abzuarbeiten, die vor 2004 nach Österreich gekommen sind. Die Richter haben sich vorgenommen, diese "Altfälle" innerhalb eines Jahres zu entscheiden.
Ein Verfahren kommt wieder hinzu: Familie Badrakh stellte einen Antrag auf Wiederaufnahme ihres Asylverfahrens. "Ich hoffe auf eine menschliche Lösung", appelliert Landeshauptmann Gerhard Dörfler an den AGH. Sollte der wieder negativ entscheiden, will Dörfler "alle Möglichkeiten ausschöpfen", um ein humanitäres Bleiberecht zu erwirken. Siehe auch Seiten 4/5













