Nicht alle können Deutsch lernen
Volle Kurse, lange Wartelisten: Trotz verpflichtender Deutschprüfung sind Kursplätze oft Mangelware. Der Verein Isop in Graz muss Zuwanderer, die Deutsch lernen möchten, vertrösten.

Foto © APASprachkurse sind in Graz mehr als ausgebucht
"Derzeit können wir erst für April wieder etwas anbieten", sagt Inge Aftenberger. Für viele Lernwillige vor allem in Graz ist das ein Problem. Um die Integrationsvereinbarung des Bundes zu erfüllen, müssen nachziehende Familienangehörige aus Drittstaaten nämlich innerhalb der ersten fünf Jahre einen Deutschtest absolvieren.
Dafür können sie geförderte Kurse in zertifizierten Instituten besuchen. Doch das lässt sich nicht immer so einfach bewerkstelligen. "Wir könnten zwei Mal so viele Kurse machen bei der Nachfrage", sagt Aftenberger. Sie fordert mehr Mittel. Auch bei der Caritas ist der Andrang groß.
Für die Betroffenen gibt es einen Gutschein über 50 Prozent der Kurskosten vom Integrationsfonds des Bundes. Diese werden nach bestandener Prüfung erstattet - aber nur, wenn dies binnen zwei Jahren geschieht. Dass Kapazitäten fehlen, sieht man beim Integrationsfonds ein: "Wenn jemand keinen Kurs besuchen kann, ist das ein anerkannter Aufschubgrund", sagt Valentin Schwarz. Die Integrationsvereinbarung werde dann verlängert. Auf dem aktuellsten Stand ist man beim Integrationsfonds aber nicht: Einige der auf der Homepage angeführten steirischen Institute bieten gar keine Kurse oder Prüfungen an.
Mehr Anmeldungen als Kapazitäten meldet auch der Verein Danaida in Graz, der Sprachkurse nur für Frauen anbietet. Hier gibt es bei Vereinen in anderen Bundesländern Probleme: So beklagten kürzlich Anbieter von Kursen für Migrantinnen, dass ihnen vom Innenministerium die Förderungen gestrichen wurden.













