Libyen: Gaddafi lässt Fotobeweise konfiszieren
Tausende Ausreisewillige müssen an der Grenze zu Tunesien ihre Mobiltelefone und Speicherkarten abgeben. In der Stadt As-Sawijah, die auf dem Weg zur Grenze liegt, hätten regierungstreue Soldaten ein Blutbad angerichtet.

Foto © APÄgyptische Gastarbeiter warten an der Grenze auf die Ausreise nach Tunesien
Sicherheitskräfte des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi wollen offenbar Fotobeweise für das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten vernichten. Demnach müssen tausende Ausreisewillige an der Grenze zu Tunesien ihre Mobiltelefone sowie die Speicherkarten von Fotoapparaten abgeben, sagte ein Augenzeuge am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Die Grenze werde durch libysche Sicherheitskräfte sowie "afrikanische Söldner" gesichert.
Auf der 250 Kilometer langen Strecke von Tripolis bis zur tunesischen Grenze gibt es nach Berichten von Augenzeugen inzwischen rund 30 Kontrollpunkte. In der Stadt As-Sawijah, die auf dem Weg zur Grenze liegt, hätten regierungstreue Soldaten ein Blutbad und Chaos angerichtet, berichtete die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) am Samstag. Demnach feuerten Sicherheitskräfte auf Demonstranten. Darüber hinaus terrorisierten Milizen ägyptische Gastarbeiter. Hunderte versuchten, zu fliehen und sich in Tunesien in Sicherheit zu bringen.
Darüber hinaus schüchtern regimetreue Sicherheitskräfte die Bevölkerung ein. Ein Ägypter berichtete, dass Soldaten von Haus zu Haus gegangen seien und auf Eingangstüren gefeuert hätten, damit die Menschen ihre Häuser nicht verließen. Viele Bewohner hätten keine Lebensmittelvorräte mehr.










