Auseinandersetzungen in Algerien, Bahrain & im Jemen
In mehreren arabischen Staaten ist es auch heute wieder zu blutigen Protesten gekommen.In Libyen wurden Anti-Gaddafi-Kundgebungen mit Waffengewalt aufgelöst. Auch im Jemen, in Algerien und Bahrain gab es Auseinandersetzungen.

Foto © APProteste in Algier
Die Proteste im Jemen gegen den Präsidenten Ali Abdullah Salih sind am Samstag in den neunten Tag gegangen. Rund 500 Menschen versammelten sich vor der Universität Sanaa in der jemenitischen Hauptstadt und forderten in Sprechchören den Rücktritt Salihs. In der Nähe formierte sich eine Gegendemonstration von rund hundert Anhängern des Präsidenten. Ausschreitungen blieben zunächst aus. Am Vortag waren bei Zusammenstößen in dem arabischen Land vier Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden.
Algerien
Auch bei einer Demonstration von Regierungsgegnern in Algerien hat es am Samstagvormittag Verletzte gegeben. Etwa 400 Menschen hätten sich trotz der massiven Polizeipräsenz auf dem Platz des 1. Mai in der Innenstadt von Algier versammelt, um gegen die Regierung und soziale Missstände im Land zu protestieren, berichtete elwatan.fr. Die Polizei setze Schlagstöcke ein, um die Menschen zu vertreiben, heißt es auf der regierungskritischen, als seriös geltenden Website.
Bahrain
In Bahrain blieb die Lage zwei Tage nach der blutigen Niederschlagung der Proteste in der Hauptstadt Manama gespannt. Dutzende Regierungsgegner standen in den Morgenstunden vor dem Salmanija-Krankenhaus in Manama, in das die meisten Verletzten der Zusammenstöße gebracht wurden. Am Vortag waren vier getötete Demonstranten begraben worden, Tausende hatten erneut gegen die politische Führung des Königreichs demonstriert. Augenzeugen berichteten, die Armee habe sich vom Perlen-Platz, einem Zentrum der Proteste, zurückgezogen.
Neue Zusammenstöße auch in Libyen
In Libyen ist es am Samstag erneut zu blutigen Zusammenstößen zwischen Gegnern von Staatschef Muammar al-Gaddafi und Sicherheitskräften gekommen. In der östlichen Küstenstadt Benghazi (Bengasi) begannen Elitetruppen damit, die Kundgebungen in der Stadt mit Waffengewalt aufzulösen, berichtete ein Augenzeuge dem Fernsehsender BBC. Zuvor sei die Stadt fast zur Gänze von Anhängern der Protestbewegung kontrolliert worden, sagte der Mann aus Benghazi. Opferzahlen wurden zunächst nicht bekannt.
Allein am Freítag sollen in der zweitgrößten Stadt Libyens mindestens 25 Menschen getötet worden sein. Polizei und Mitglieder der Gaddafi-treuen Volkskomitees seien mit Gewalt gegen Oppositionelle vorgegangen. In der libyschen Metropole Tripolis kam es am Samstag nur zu kleineren Protesten, berichteten arabische Medien.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sollen seit Beginn der Proteste gegen das Gaddafi-Regime mindestens 84 Menschen von den Sicherheitskräften getötet worden sein. Wie die Organisation am Freitag (Ortszeit) in New York auf ihrer Internetseite mitteilte, basiere diese Zahl auf Telefoninterviews mit örtlichen Krankenhäusern und Augenzeugen.











