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Zuletzt aktualisiert: 08.02.2011 um 13:40 UhrKommentare

Google-Manager mitgenommen von zwölf Tagen Haft

Wael Ghonim, Marketingchef von Google für den Nahen Osten und Afrika, wurde zwölf Tage lang mit verbundenen Augen festgehalten. Ghonim hatte über Facebook eine wichtige Rolle bei der Organisation der Proteste gespielt.

Wael Ghonim

Foto © APWael Ghonim

Der zwölf Tage lang inhaftierte ägyptische Internet-Aktivist und Google-Mitarbeiter Waed Ghonim hat in einem emotionalen Interview von seiner Haftzeit berichtet. "Ich hatte zwölf Tage lang die Augen verbunden, ich hörte nichts, ich wusste nichts", sagte der junge Mann am Montagabend dem Privatsender Dream 2. Demnach wurde er am 27. Jänner zu Beginn der Proteste gegen Präsident Hosni Mubarak festgenommen und saß bis zu seiner Entlassung am Montag in der Haft des gefürchteten ägyptischen Sicherheitsdienstes.

Der Marketingchef für den Nahen Osten und Afrika des US-Internetkonzerns Google bestätigte in dem Interview, auch der Administrator der Facebook-Seite "Wir sind alle Chaled Said" zu sein. Diese Seite, die an einen in Polizeihaft getöteten Blogger erinnert, hatte eine wichtige Rolle bei der Organisation der Proteste gespielt. Ghonim betonte in dem Interview, sei er kein Held. Auch wenn er sichtlich erschöpft wirkte, versicherte er, dass ihm in der Haft nichts passiert sei.

"Die Helden sind jene, die auf der Straße waren, die an den Demonstrationen teilgenommen haben, die ihr Leben geopfert haben, die geschlagen, verhaftet und der Gefahr ausgesetzt worden sind", sagte Ghonim. Als der Fernsehsender anschließend Bilder junger Menschen zeigte, die während der Proteste getötet worden waren, brach Ghonim in Tränen aus. "Ich will allen Mütter, allen Vätern, die einen Sohn verloren haben, sagen, ich entschuldige mich, es ist nicht unsere Schuld", sagte er, bevor er abrupt das Studio verließ.

Der Internet-Manager war am 28. Jänner auf dem Tahrir-Platz in Kairo festgenommen worden. Ghonim hatte sich der Protestbewegung gegen den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak angeschlossen. Binnen kürzester Zeit wurde er zur Symbolfigur der von Jugendlichen gestarteten Bewegung. Regierungsmedien beschimpften ihn als "Verräter an der Nation".


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