Mubarak will Gewalt auf Tahrir-Platz untersuchen lassen
Der ägyptische Präsident Mubarak hat die Bildung einer "transparenten, unabhängigen und unparteiischen" Untersuchungskommission angekündigt, die die "schreckliche und inakzeptable" Gewalt am Tahir-Platz untersuchen soll.

Foto © APDer ägyptische Präsident Hosni Mubarak
Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak hat eine Untersuchung der Gewalt gegen Demonstranten am vergangenen Mittwoch auf dem Tahrir-Platz in Kairo angekündigt. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Mena am Montag berichtete, ordnete Mubarak die Bildung einer Untersuchungskommission an. Diese solle "transparent, unabhängig und unparteiisch" sein und aus "ägyptischen Persönlichkeiten bestehen, die bekannt sind für ihre Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit". Die Kommission solle die "schreckliche und inakzeptable" Gewalt untersuchen, die "unschuldige Opfer unter den Demonstranten" hervorgebracht habe. Mubarak teile das Leid der Familien der Opfer und übermittele ihnen seine Anteilnahme.
Mubarak hat auch eine Kommission zur Überarbeitung der Verfassung eingesetzt. Mubarak habe ein entsprechendes Dekret unterzeichnet, sagte Vize-Präsident Omar Suleiman am Dienstag nach einem Treffen mit dem Staatschef dem Staatsfernsehen. Die Einsetzung der Kommission war am Sonntag bei Gesprächen zwischen Suleiman und Vertretern der Opposition vereinbart worden. Die Führung in Kairo reagierte damit auf die seit zwei Wochen anhaltenden Proteste gegen Mubarak. Laut der Ankündigung von Sonntag soll das Gremium bis Anfang März Vorschläge zur Änderung der Verfassung unterbreiten.
Elf Tote bei schweren Zusammenstößen
Anhänger Mubaraks hatten sich am Mittwoch vergangener Woche unter die oppositionellen Demonstranten auf dem Tahrir-Platz gemischt, was zu schweren Zusammenstößen führte. Nach offiziellen Angaben kamen elf Menschen ums Leben, etwa tausend weitere wurden verletzt. Regierungschef Ahmed Shafik hatte sich bereits für die Gewalt entschuldigt und für eine Untersuchung der Vorfälle ausgesprochen. Seit dem 25. Jänner demonstrieren rund um die Uhr Regierungsgegner auf dem Tahrir-Platz im Zentrum Kairos gegen Mubarak. Insgesamt starben bei den Unruhen nach UNO-Angaben bereits mindestens 300 Menschen.










