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    Zuletzt aktualisiert: 01.02.2011 um 20:33 UhrKommentare

    "Fremde in ihrem eigenen Land"

    Um Chirurg zu werden, ging er nach Graz. Seine alte Heimat Ägypten ist ihm bis heute ganz nah: Mohamed E. Gowayed bangt um das Land, sagt aber: "Es kann nur besser werden."

    Mohamed E. Gowayed

    Foto © Marija KanizajMohamed E. Gowayed

    Die Ägypter müssen in ihrer Heimat Wertschätzung bekommen, sonst werden sie nirgendwo wertgeschätzt", sagt Mohamed E. Gowayed. "Es kann nicht sein, dass Menschen von früh bis spät arbeiten und nur ein bis drei Dollar am Tag verdienen. In Kairo kostet ein Kilo Fleisch 14 Dollar! Es gibt Millionen Ägypter, selbst Beamte und Lehrer, die von ihrem Beruf nicht leben können", erklärt der pensionierte Chirurg, der seit 1956 in Graz lebt.

    Sein Vater, ein gewitzter Mensch, der selbst Arzt war, erklärte ihm einst: "Geh' zum Studium nach Graz, von dort kommen fünf Nobelpreisträger her. Vielleicht bist du ja der Nächste."

    Gowayed hielt immer engen Kontakt in seine alte Heimat, zu seinen Familienmitgliedern in Alexandria und in Kairo. In diesen Tagen telefoniert er häufig mit ihnen und ist beruhigt, wenn er hört, dass es ihnen gut geht. Den Umständen entsprechend. Wie solle es einem schon gehen, wenn Millionen Mitmenschen auf den Straßen ihrer Wut Luft machen.

    "Ich kann nicht verstehen, dass Mubarak nicht abtritt. Jeder, der Anstand hat, muss das verlangen. Millionen Demonstranten, die dieses korrupte Regime stürzen wollen - und er geht nicht. Aber um in Anstand und mit Würde abzutreten, ist es vermutlich sowieso schon viele Jahre zu spät", sagt Gowayed.

    52 Prozent der Ägypter sind unter 25. 80 Prozent davon haben keine Arbeit. Demgegenüber stehen "unfassbar viele Multimillionäre, die es in Ägypten auch gibt. Groß geworden auch durch eine verheerende Freunderlwirtschaft im Land, durch diese korrupte Regierung." Das sei der Zündstoff für Revolutionen, sagt der gläubige Moslem, der sich vor bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Ägypten fürchtet.

    Die Aussichtslosigkeit mache Menschen rasend und treibe sie in die Aggression: "Es ist eine Jugend ohne Hoffnung, die nichts zu verlieren hat. Sie sind alle Fremde in ihrem eigenen Land", erklärt der 72-Jährige.

    Die Gefahr, dass Radikale das Machtvakuum nach der Ära Mubarak auffüllen wollen, sei groß. "Ägypten war die Kornkammer des Römischen Reichs", erklärt der Chirurg, "jetzt kann das eigene Volk nicht ernährt werden." Gowayed rückt seine Brille zurecht: "Aber es kann nur besser werden."

    MANUELA SWOBODA

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