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Zuletzt aktualisiert: 31.01.2011 um 14:05 UhrKommentare

Rückholaktion: 300 Österreicher wollen raus

Mit zwei Evakuierungsflügen will das Außenamt in einer Evakuierungsaktion etwa 300 Österreicher ausfliegen. Indes sind AUA- und Flyniki-Flüge nach Ägypten kaum besetzt.

Foto © APA

Das österreichische Außenministerium lässt am heutigen Montag zwei Evakuierungsflüge für in Ägypten festsitzende Landsleute durchführen. Eine AUA-Sondermaschine startet um 14.30 Uhr in Wien-Schwechat nach Kairo. Die Ankunft der Boeing 737 mit 182 Sitzplätzen in Wien ist für 22.55 Uhr geplant, teilte AUA-Sprecherin Ursula Berger der APA mit. Auch eine Maschine des Bundesheers, C130, nach Kairo ist geplant, wie es aus dem Außenamt gegenüber der APA hieß. Diese könne 55 Passagiere fassen, sie sollte umgehend starten und am Montagabend zurückkehren.

Dazu kommt eine AUA-Linienmaschine aus Kairo, die um 19.10 Uhr in Wien-Schwechat erwartet wird. Laut dem Sprecher des Außenministeriums, Peter Launsky-Tieffenthal, werden damit am heutigen Montag insgesamt drei österreichische Flugzeuge von Kairo abheben, die 419 Passagieren Platz bieten. Die zusätzlichen Flüge seien eine Reaktion auf die vermehrten Anfragen von Bürgern und Angehörigen beim Außenministeriums in den vergangenen Tagen und dienten dazu, "den Druck zu nehmen", so Launsky-Tieffenthal.

"Etwa 300 wollen heraus"

"Etwa 300 wollen heraus", antwortete Launsky-Tieffenthal auf die Frage, um wie viele Österreicher es derzeit gehe. 100 bis 150 Österreicher befinden sich bereits am Flughafen, die anderen seien auf dem Weg dorthin. Ein aus sieben bis acht Personen bestehendes Unterstützungsteam der Botschaft in Kairo leiste den Landsleuten an Ort und Stelle Hilfe.

Wegen der prekären Versorgungslage am Flughafen Kairo wurden die Sondermaschinen auch mit Gütern wie Mineralwasser und Nahrungsmitteln beladen, die an die festsitzenden Österreicher verteilt werden sollen.

Am Flughafen Kairo herrschte Augenzeugenberichten zufolge Chaos, Gewehrschüsse und eine hohe Militärpräsenz verstärkten den Stress vieler Ausreisewilliger. Eine Angehörige von zwei Österreichern berichtete der APA, dass diese seit Samstagnachmittag auf dem Flughafen festsäßen und "pausenlos von einem Raum in den anderen" gebracht werden. Sie seien "körperlich und seelisch am Ende".

Unterdessen waren die AUA-Flüge und von Flyniki von Österreich nach Ägypten am Montag kaum besetzt. Die tägliche AUA-Maschine um 10.20 Uhr nach Kairo war laut AUA-Sprecher Martin Hehemann nur zu rund 20 Prozent ausgelastet, die AUA-Flieger von Ägypten nach Österreich seien dagegen "voll" besetzt. Im Flyniki-Flieger nach Sharm el-Sheikh am heutigen Montagvormittag seinen nur 20 Passagiere gesessen, obwohl der Airbus 321 Platz für 212 Personen biete, sagte Flyniki-Sprecherin Milena Platzer gegenüber der APA.

"Für die Flüge nach Ägypten gibt es Stornierungen, sie sind ziemlich leer", so Hehemann zur APA. Den Annahmen nach sollen sich unter den Passagieren etwa Personen - wie Ägypter, die in Österreich leben - befinden, die in ihre Heimat zurückfliegen wollten, um ihr Hab und Gut zu schützen. In den vergangenen Tagen war es im Zuge der Unruhen auch zu Plünderungen gekommen. Die AUA hatte bereits am gestrigen Sonntag für den Vormittagsflug nach Kairo eine größere Maschine verwendet, um mehr Touristen zurückholen zu können. Am morgigen Dienstag sei wieder der Einsatz einer größeren Maschine, die ein wenig zeitlich vorverlegt würde, um bei der Landung einen größeren zeitlichen Puffer zu haben, geplant.

Seitens der auf Urlauberflüge spezialisierten Flyniki hieß es, dass derzeit "keine Zusatzflüge nach Ägypten geplant" seien. Die Flyniki-Passagiere, die sich gerade in Ägypten aufhielten, würden nicht umbuchen.


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