24 Tote und 1500 Festnahmen nach Protesten
Bei Unruhen in Kamerun sind mindestens 24 Menschen getötet und über 1500 festgenommen worden. Dies wurde von der Regierung in Kamerun bestätigt. Eine Menschenrechtsgruppe spricht jedoch von über 100 Toten. Daneben werden aus Kamerun massive Einschüchterungsmaßnahmen der Regierung gemeldet.

Foto © ReutersProteste forderten in Kamerun mindestens 24 Tote
Bei den Unruhen in mehreren Städten Kameruns
sind nach Regierungsangaben 24 Menschen ums Leben gekommen. Nach
Informationen einer Menschenrechtsgruppe sind allerdings mehr als 100
Menschen getötet worden. Kommunikationsminister Jean-Pierre Biyiti Bi
Essam sagte außerdem, dass "mehr als 1500 Menschen" festgenommen
wurden, darunter viele Jugendliche.
Genaue Zahl der Getöteten noch unklar. Das Haus der Menschenrechte, eine mit der Internationalen
Föderation der Menschenrechtsligen (FIDH) zusammenarbeitende
Organisation, konnte keine endgültige Zahl nennen. Bisher zählte sie
"mehr als hundert Tote". Ihre Organisation werte die täglich neu
eintreffenden Informationen aus, sagte die Vorsitzende Madeleine
Afité. Eine "präzise Zahl" zu nennen, sei "wegen der
Einschüchterungsmaßnahmen der Regierung" schwierig.
Polizei ging auf Demonstranten los. Afité berichtete außerdem, in der Wirtschaftsmetropole Douala
hätten Polizisten eine Gruppe Demonstranten auf einer Brücke
eingekesselt. Viele Demonstranten seien ins Wasser gedrängt worden,
bisher seien 18 Leichen herausgezogen worden. In vielen Städten
hätten Sicherheitskräfte auf Demonstranten geschossen. In einer
Bananenfabrik in Njombé hätten Polizisten auf Angestellte geschossen,
die ihre Vorgesetzten als Geiseln genommen hätten. "Es gab viele
Tote, aber wir wissen noch nicht, wie viele."
Proteste in Jaunde und Douala. Das Zentrum der Proteste befand sich in den Metropolen Jaunde und Douala sowie in
mehreren weiteren Städten des zentralafrikanischen Landes.
Features
Fakten
Die Unruhen in der vergangenen Woche hatten sich bei Protesten entzündet, die sich gegen die hohe Teuerungsrate richteten sowie gegen eine geplante Verfassungsänderung.
Verfassungsänderung
Mit Hilfe der Verfassungsreform könnte Präsident Paul Biya über das Jahr 2011 hinaus im Amt bleiben.












