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Zuletzt aktualisiert: 05.03.2008 um 20:22 Uhr

24 Tote und 1500 Festnahmen nach Protesten

Bei Unruhen in Kamerun sind mindestens 24 Menschen getötet und über 1500 festgenommen worden. Dies wurde von der Regierung in Kamerun bestätigt. Eine Menschenrechtsgruppe spricht jedoch von über 100 Toten. Daneben werden aus Kamerun massive Einschüchterungsmaßnahmen der Regierung gemeldet.

Proteste forderten in Kamerun mindestens 24 Tote

Foto © ReutersProteste forderten in Kamerun mindestens 24 Tote

Bei den Unruhen in mehreren Städten Kameruns sind nach Regierungsangaben 24 Menschen ums Leben gekommen. Nach Informationen einer Menschenrechtsgruppe sind allerdings mehr als 100 Menschen getötet worden. Kommunikationsminister Jean-Pierre Biyiti Bi Essam sagte außerdem, dass "mehr als 1500 Menschen" festgenommen wurden, darunter viele Jugendliche.

Genaue Zahl der Getöteten noch unklar. Das Haus der Menschenrechte, eine mit der Internationalen Föderation der Menschenrechtsligen (FIDH) zusammenarbeitende Organisation, konnte keine endgültige Zahl nennen. Bisher zählte sie "mehr als hundert Tote". Ihre Organisation werte die täglich neu eintreffenden Informationen aus, sagte die Vorsitzende Madeleine Afité. Eine "präzise Zahl" zu nennen, sei "wegen der Einschüchterungsmaßnahmen der Regierung" schwierig.

Polizei ging auf Demonstranten los. Afité berichtete außerdem, in der Wirtschaftsmetropole Douala hätten Polizisten eine Gruppe Demonstranten auf einer Brücke eingekesselt. Viele Demonstranten seien ins Wasser gedrängt worden, bisher seien 18 Leichen herausgezogen worden. In vielen Städten hätten Sicherheitskräfte auf Demonstranten geschossen. In einer Bananenfabrik in Njombé hätten Polizisten auf Angestellte geschossen, die ihre Vorgesetzten als Geiseln genommen hätten. "Es gab viele Tote, aber wir wissen noch nicht, wie viele."

Proteste in Jaunde und Douala. Das Zentrum der Proteste befand sich in den Metropolen Jaunde und Douala sowie in mehreren weiteren Städten des zentralafrikanischen Landes.


Fakten

Die Unruhen in der vergangenen Woche hatten sich bei Protesten entzündet, die sich gegen die hohe Teuerungsrate richteten sowie gegen eine geplante Verfassungsänderung.

Verfassungsänderung

Mit Hilfe der Verfassungsreform könnte Präsident Paul Biya über das Jahr 2011 hinaus im Amt bleiben.

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