Clinton und Obama werben im Kopf-an-Kopf-Rennen um Stimmen
Während Obama und Clinton um die Stimmen der Frauen buhlen, versucht's der Republikaner McCain mit dem Thema "Terrorismus": Er warnt vor Stärkung der Al Kaida bei Sieg der Demokraten.

Foto © APObama pro Klimaschutz
Die demokratischen Bewerber Hillary Clinton
und Barack Obama haben sich vor den Abstimmungen am Samstag darum
bemüht, entscheidende Stimmen im Rennen um die Nominierung für die
Präsidentschaftskandidatur zu gewinnen. Besonders buhlten sie am
Freitag im US-Staat Washington um die Stimmen der Frauen.
Glaube an Wunder.
Der Favorit bei den Republikanern, Senator und Vietnamveteran John
McCain, warnte unterdessen, dass ein Wahlsieg der Demokraten
Terroristen durch den geplanten Abzug der US-Soldaten aus dem Irak
stärken würde. Sein Herausforderer, der ehemalige Baptistenprediger
Mike Huckabee, erklärte am Samstag, dass er auch weiter um die
Nominierung kämpfen werde, denn die Republikaner verdienten "mehr als
eine Krönungszeremonie". Kritik an seiner möglicherweise mangelnden
Wirtschaftskompetenz ließ den ehemaligen Gouverneur dabei kalt. "Ich
habe kein Studium in Mathematik abgeschlossen. Sondern in Wundern und
daran glaube ich auch heute noch."
Trophäe.
Im US-Staat Louisiana sollte am Samstag eine Vorwahl stattfinden,
im Staat Washington und in Nebraska waren es Wählerversammlungen, am
Sonntag dann eine weitere Abstimmung in Maine. Am intensivsten
führten die Kandidaten ihren Wahlkampf am Freitag im Nordwesten der
USA, dort ist die größte Trophäe zu holen: Im Staat Washington geht
es bei den Demokraten um 78 Delegiertenstimmen.
Für Obama.
Die Frauen haben in dem Staat politisch das Sagen. Obama und
Clinton versuchten deshalb, die Gouverneurin Chris Gregoire und die
beiden Senatorinnen Maria Cantwell und Patty Murray auf ihre Seite zu
ziehen. Clinton konnte die Unterstützung der Senatorinnen gewinnen,
nach vier Unterredungen mit dem Bewerber entschied sich die
Gouverneurin am Freitag aber für Obama.
Lobeshymnen.
"Er führt uns zu einem positiven Gefühl der Hoffnung in unserem
Land und es schön zu sehen wie das zustandekommt", sagte Gregoire in
einem mit fast 20.000 Zuschauern vollbesetzten Sportstadion in
Seattle über Obama. Er werde Amerika einen und weiterbringen.
Senatorin Cantwell hingegen pries ihre Kollegin aus New York an:
"Hillary ist hier, um zuzuhören, um Antworten zu geben und um
Geschichte zu machen." Washington werde ihr dabei helfen. Auch Obamas
Einzug ins Weiße Haus am Jahresende als erster schwarzer Präsident
wäre ein historischer Sieg.
Altersunterschied.
Obama werden bei Wählerversammlungen wie an diesem Wochenende
bessere Chancen eingeräumt, da er große Menschenmengen mobilisieren
und begeistern kann. Clinton konnte bisher bei den weiblichen Wählern
auf mehr Unterstützung zählen, Obama bemüht sich aber, ihr dies
streitig zu machen. Beobachtern zufolge entscheiden die Frauen ihrem
Alter entsprechend: Die Jungen und Junggebliebenen lassen sich vom 46
Jahre alten Obama begeistern, die etwas älteren stimmen für die
60-jährige Clinton.
Methode Panikmache.
McCain bemühte sich vor den Abstimmungen des Wochenendes vor
allem, beim konservativen Teil der Partei Punkte zu machen. Dazu
stellte er sich als Garant der Sicherheit heraus und warnte am
Freitag vor einem eventuellen Sieg der Demokraten: "Sie wollen ein
Datum für den Abzug aus dem Irak setzen, das meiner Meinung nach
katastrophale Konsequenzen haben würde." Al Kaida würde sich des
Siegs über die USA rühmen. "Und deswegen glaube ich, würden sie
versuchen, uns nach Hause zu folgen", warnte McCain.
Die Kandidaten blicken unterdessen schon auf die nächsten
Vorwahlen. Am Dienstag wird an der Ostküste gewählt, in Washington
D.C., Maryland und Virginia.
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