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Zuletzt aktualisiert: 09.02.2008 um 19:54 Uhr

Clinton und Obama werben im Kopf-an-Kopf-Rennen um Stimmen

Während Obama und Clinton um die Stimmen der Frauen buhlen, versucht's der Republikaner McCain mit dem Thema "Terrorismus": Er warnt vor Stärkung der Al Kaida bei Sieg der Demokraten.

Obama pro Klimaschutz

Foto © APObama pro Klimaschutz

Die demokratischen Bewerber Hillary Clinton und Barack Obama haben sich vor den Abstimmungen am Samstag darum bemüht, entscheidende Stimmen im Rennen um die Nominierung für die Präsidentschaftskandidatur zu gewinnen. Besonders buhlten sie am Freitag im US-Staat Washington um die Stimmen der Frauen.

Glaube an Wunder. Der Favorit bei den Republikanern, Senator und Vietnamveteran John McCain, warnte unterdessen, dass ein Wahlsieg der Demokraten Terroristen durch den geplanten Abzug der US-Soldaten aus dem Irak stärken würde. Sein Herausforderer, der ehemalige Baptistenprediger Mike Huckabee, erklärte am Samstag, dass er auch weiter um die Nominierung kämpfen werde, denn die Republikaner verdienten "mehr als eine Krönungszeremonie". Kritik an seiner möglicherweise mangelnden Wirtschaftskompetenz ließ den ehemaligen Gouverneur dabei kalt. "Ich habe kein Studium in Mathematik abgeschlossen. Sondern in Wundern und daran glaube ich auch heute noch."

Trophäe. Im US-Staat Louisiana sollte am Samstag eine Vorwahl stattfinden, im Staat Washington und in Nebraska waren es Wählerversammlungen, am Sonntag dann eine weitere Abstimmung in Maine. Am intensivsten führten die Kandidaten ihren Wahlkampf am Freitag im Nordwesten der USA, dort ist die größte Trophäe zu holen: Im Staat Washington geht es bei den Demokraten um 78 Delegiertenstimmen.

Für Obama. Die Frauen haben in dem Staat politisch das Sagen. Obama und Clinton versuchten deshalb, die Gouverneurin Chris Gregoire und die beiden Senatorinnen Maria Cantwell und Patty Murray auf ihre Seite zu ziehen. Clinton konnte die Unterstützung der Senatorinnen gewinnen, nach vier Unterredungen mit dem Bewerber entschied sich die Gouverneurin am Freitag aber für Obama.

Lobeshymnen. "Er führt uns zu einem positiven Gefühl der Hoffnung in unserem Land und es schön zu sehen wie das zustandekommt", sagte Gregoire in einem mit fast 20.000 Zuschauern vollbesetzten Sportstadion in Seattle über Obama. Er werde Amerika einen und weiterbringen. Senatorin Cantwell hingegen pries ihre Kollegin aus New York an: "Hillary ist hier, um zuzuhören, um Antworten zu geben und um Geschichte zu machen." Washington werde ihr dabei helfen. Auch Obamas Einzug ins Weiße Haus am Jahresende als erster schwarzer Präsident wäre ein historischer Sieg.

Altersunterschied. Obama werden bei Wählerversammlungen wie an diesem Wochenende bessere Chancen eingeräumt, da er große Menschenmengen mobilisieren und begeistern kann. Clinton konnte bisher bei den weiblichen Wählern auf mehr Unterstützung zählen, Obama bemüht sich aber, ihr dies streitig zu machen. Beobachtern zufolge entscheiden die Frauen ihrem Alter entsprechend: Die Jungen und Junggebliebenen lassen sich vom 46 Jahre alten Obama begeistern, die etwas älteren stimmen für die 60-jährige Clinton.

Methode Panikmache. McCain bemühte sich vor den Abstimmungen des Wochenendes vor allem, beim konservativen Teil der Partei Punkte zu machen. Dazu stellte er sich als Garant der Sicherheit heraus und warnte am Freitag vor einem eventuellen Sieg der Demokraten: "Sie wollen ein Datum für den Abzug aus dem Irak setzen, das meiner Meinung nach katastrophale Konsequenzen haben würde." Al Kaida würde sich des Siegs über die USA rühmen. "Und deswegen glaube ich, würden sie versuchen, uns nach Hause zu folgen", warnte McCain. Die Kandidaten blicken unterdessen schon auf die nächsten Vorwahlen. Am Dienstag wird an der Ostküste gewählt, in Washington D.C., Maryland und Virginia.


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