USA schon reif für schwarzen Präsidenten?
Experte: Umfragewerte für Barack Obama sind mit Vorsicht zu genießen.

Foto © APABarack Obama
Ob Barack Obama als möglicher demokratischer
Präsidentschaftskandidat bei den Wahlen am 4. November als Sieger
hervorgehen könnte, ließ James Thurber, US-Politologe der American
University in Washington, bei einer Videokonferenz vor Journalisten
in Wien offen. Die Umfragewerte seien mit Vorsicht zu genießen, in
den Wahlkabinen könnten sich viele Amerikaner doch noch gegen einen
schwarzen Präsidenten entscheiden, so Thurber.
Kritik an Clinton. Kritisch bewerte er den Wahlkampf-Einsatz des früheren
US-Präsidenten Bill Clinton. Nach den ersten Vorwahlen habe sich die
gesamte Wahlkampfleitung Hillarys gegen eine weitere Teilnahme Bills
ausgesprochen. Das Paar hätte jedoch alleine entschieden, ihn in den
South-Carolina-Wahlkampf zu schicken. Ein solches Verhalten verheiße
nichts Gutes für eine Präsidentschaft der demokratischen Bewerberin.
McCain steht "für die Mitte". Wenn der demokratische Kandidat erst bei dem
Nominierungs-Parteitag gekürt würde, bedeute dies eine Schwächung
gegenüber dem derzeitigen "klaren Anführer" der Republikaner, zeigte
sich Thurber überzeugt. Auch wenn John McCain für viele nicht
konservativ genug sei und in der Vergangenheit schon die
Zusammenarbeit mit den Demokraten gesucht habe, stehe er für eine
Lösung "in der Mitte". Somit könne er, ähnlich wie Obama, gegenüber
Clinton glaubhafter einen "Wechsel" verkörpern.
Beide Demokraten nicht für Vize-Amt. Eine Kooperation der demokratischen Kandidaten schloss der
Politologe aus. Beide seien "zu ambitioniert", um sich mit einem
Vize-Präsidentenamt zufriedenzugeben. Sowohl Clinton als auch Obama
würden im Fall einer Niederlage bei den folgenden Wahlen nochmals
antreten. Als möglichen Vize-Präsidenten von Clinton nannte Thurber
den Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson. Dieser sei Latino,
weiters ähnle er Bill Clinton nicht nur in seinem Verhalten gegenüber
Frauen, scherzte er. Gerüchte, US-Außenministerin Condoleeza Rice
käme als Vize-Präsidenten für McCain in Frage, konnte er nicht
bestätigen, bescheinigte diesem möglichen Duo allerdings gute
Aussichten.
Clinton präsenter. Einen Grund für den Wahlsieg Clintons in Kalifornien, New York,
New Jersey und Massachusetts sah Thurber in einer besseren
"Bodenoperation" Clintons. So sei sie in diesen Staaten im Vorfeld
der Wahlen außerhalb der Fernsehschirme präsenter gewesen.












