Obama nach Sieg in South Carolina: "Können den Wandel bringen"
Der US-Präsidentschaftsbewerber der Demokraten optimistisch: "Können den Wandel bringen." Clinton wendet sich dem "Super Tuesday" am 5. Februar zu.

Foto © ReutersObama liegt in South Carolina vorne
Der schwarze
US-Präsidentschaftsbewerber der Demokraten, Barack Obama, ist nach
seinem Sieg bei den Vorwahlen in South Carolina überzeugt, das Rennen
um das Weiße Haus gewinnen. "Ja, wir können den Wandel bringen. Ja,
wir können diese Nation heilen", rief er seinen jubelnden Anhängern
am Samstagabend (Ortszeit) zu. Eindringlich machte er klar, dass es
ihm nicht nur um schwarze Wählerstimmen gehe. Eines seiner Hauptziele
sei es, den eingefahrenen Parteienstreit in Washington zu überwinden.
Edwards gibt nicht auf.
Nach Auszählung fast aller Wahlbezirke gewann Obama bei der
Vorwahl 55 Prozent der Stimmen, seine Rivalin Hillary Clinton
lediglich 27 Prozent. Senator John Edwards kam auf 18 Prozent.
Edwards, der Obama zu seinem Wahlsieg gratulierte, machte klar, dass
er nicht aufgeben wolle und seine Kandidatur aufrechterhalte.
"Wechsel im Weißen Haus".
"Wir wollen nicht nur einen Wechsel im Weißen Haus", sagte Obama.
"Wir wollen den Status quo in der Politik überwinden." Bei der
Präsidentenwahl am 4. November gehe es auch darum, den Menschen das
Vertrauen in Politik und Parteien zurückzugeben. "Aber machen wir uns
nichts vor, der Wandel wird nicht leicht sein. In dieser Wahl geht es
nicht um Regionen, Religionen oder Geschlechter, es geht nicht um
Reich gegen Arm, Jung gegen Alt und es geht nicht um Schwarz gegen
Weiß. Es geht um Vergangenheit gegen Zukunft."
Umfragen.
In South Carolina, einem Südstaat mit hohem Anteil an Nachfahren
der ehemaligen afro-amerikanischen Sklaven, wurde die Wahl zum Teil
nach der Hautfarbe der Bewerber entschieden. Von den Schwarzen
votierten laut Umfragen 81 Prozent für Obama, dessen Vater aus Kenia
stammt. Unter den weißen Wählern entschieden sich 39 Prozent für
Edwards, 36 Prozent für Clinton und nur 24 Prozent für Obama.
Stimmen.
Seit Beginn der Vorwahlen vor vier Wochen haben Clinton 236 und
Obama 136 Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im August
gesammelt. Edwards folgt abgeschlagen mit 50 Delegierten. South
Carolina entsendet nur 54 Delegierte in die Versammlung von 4049
Wahlmännern, die im August über den demokratischen
Präsidentschaftskandidaten entscheiden soll.
Anschuldigungen.
Obama hatte Anfang des Monats auch bei der Vorwahl in Iowa die
Nase vorn. Bei den Vorwahlen in New Hampshire und Nevada hingegen
setzte sich Clinton durch. Der Wahlkampf war zuletzt von scharfer
Rhetorik in den Lagern Clintons und Obamas geprägt. Auf beiden Seiten
wurden Anschuldigungen erhoben, die Gegenseite greife zu unwahren
Behauptungen und Verunglimpfungen. Inhaltlich schoben sich
Wirtschaftsfragen zusehends in den Vordergrund.
Warten auf "Super Tuesday".
Clinton gestand ihre Niederlage ein, kündigte aber an, sie werde
sich nun mit voller Kraft auf den sogenannten "Super Tuesday"
konzentrieren, bei dem am übernächsten Dienstag (5. Februar) in 22
US-Bundesstaaten gewählt wird. Die frühere "First Lady" liegt in den
Meinungsumfragen in mehreren gewichtigen Bundesstaaten vorn, in denen
am 5. Februar gewählt wird - so etwa in Kalifornien, New York, New
Jersey und Massachusetts.
Times für Clinton.
Die renommierte Zeitung "New York Times" stellte sich unterdessen
hinter Clinton. Sie begründete dies damit, dass die Redaktionsführung
beeindruckt sei von der Tiefe ihres Fachwissens, der Kraft ihres
Intellekts und der Breite ihrer Erfahrung. Zwar wurde auch Obama
gelobt, doch kam die Zeitung zu dem Schluss, er müsse noch eine
klarere Vorstellung davon entwickeln, wie er regieren wolle.
Features
Foto

"New York Times" steht hinter ClintonFoto © Reuters
Demokraten
Hillary Clinton:
New Hampshire, Michigan (ohne Delegierte),
Nevada
249 Delegierte
Barack Obama:
Iowa, South Carolina
167 Delegierte
John Edwards:
58 Delegierte
Republikaner
Mitt Romney:
Wyoming, Michigan, Nevada
59 Delegierte
Mike Huckabee:
Iowa
40 Delegierte
John McCain:
New Hampshire, South Carolina
36 Delegierte
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John EdwardsFoto © APA
Zur US-Wahl
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Hillary mit Gatten und Ex-US-Präsidenten BillFoto © Reuters














