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Zuletzt aktualisiert: 02.01.2008 um 21:28 Uhr

"Schrecklich, was in Kenia passiert"

Sehr besorgt über die Entwicklung zeigt sich EAV-Sänger Klaus Eberhartinger, der schon seit Jahren in Kenia seine zweite Heimat gefunden hat. Er wünscht sich, dass die Staatengemeinschaft Druck auf die Regierung ausübt.

Foto © APA

Sie haben ein Haus in Kenia und sind erst kürzlich vom Süden des Landes nach Österreich zurückgegekehrt. Wie beurteilen Sie die Situation?
KLAUS EBERHARTINGER: Es ist schrecklich und schlimm, was zur Zeit in diesem Land passiert, ich bin entsetzt. Vor ein paar Wochen, Anfang Dezember, war ich noch dort und zu diesem Zeitpunkt war die Stimmung völlig normal. Alles war friedlich und die Leute freuten sich auf eine demokratische Wahl, ,super' haben sie gesagt. Sie haben auch ganz öffentlich und locker darüber gesprochen, welchen Kandidaten sie wählen würden.

Die spätere gewaltsame Entwicklung konnte man ein paar Wochen zuvor noch in keiner Weise spüren?´
EBERHARTINGER: Nein, überhaupt nicht. Aber im Rückblick muss ich schon sagen, es wundert mich nicht, dass Kenia zum Pulverfass geworden ist. In den Slums von Nairobi hat sich diese Wut entzündet, die Menschen lassen sich diesen offensichtlichen Wahlbetrug nicht gefallen.

Kenia machte seine ersten zaghaften Schritte in Richtung Demokratie . . .
EBERHARTINGER: . . . ja, aber diese Demokratisierung hat offenbar ihren Preis. Es ist zumindest positiv, dass sich das Volk gegen solche diktatorischen Maßnahmen auflehnt und nicht zulassen will, dass jemand Stimmen so lange auszählen lässt, bis er die Wahl gewonnen hat.

Stehen Sie in Kontakt mit Ihren Freunden?
EBERHARTINGER: Natürlich, mein Bandkollege Thomas Spitzer ist zum Beispiel derzeit in Kenia, aber im touristischen Süden spürt man von den Ausschreitungen noch nichts. Der Raum um Mombasa scheint ruhig zu sein. Aber auf dem Weg zum Flughafen in Nairobi könnte es zu problematischen Situationen kommen.

Wann werden Sie wieder nach Kenia reisen?
EBERHARTINGER: Für Anfang Mai ist das geplant. Ich hoffe, die Situation hat sich bis dahin beruhigt.

Was wäre aus Ihrer Sicht jetzt konkret zu tun?
EBERHARTINGER: Man muss auf Präsident Kibaki entsprechenden Druck ausüben, die Wahl muss genau überprüft werden und man muss deutlich zeigen, dass die internationale Staatengemeinschaft, die EU, die USA, so ein Vorgehen nicht tolerieren und nicht mehr tatenlos bei einem solchen Wahlbetrug zuschauen. Die für heute geplante Massendemonstration macht mir wirklich Sorgen, denn dieses Land ist in kürzester Zeit zum Pulverfass geworden

INTERVIEW: DORIS PIRINGER

Fakten

Klaus Eberhartinger hat schon Jahren ein Haus in Kenia.

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