Der Königsmacher will König von Kenia werden
Odinga zeichnet sich durch politische Wankelmütigkeit aus

Foto © APAVorwiegend in den Slums von Nairobi kommte es zu Ausschreitungen
Mit seinem leidenschaftlichen Streben nach dem höchsten Amt im Staat hat Raila Odinga der sonst eher eintönigen politischen Landschaft in Kenia Farbe verliehen. Doch für welche politischen Ziele der 62-Jährige steht, kann niemand genau sagen. "Nichts deutet darauf hin, dass sich in Kenia viel ändern wird, wenn er gewinnt, aber es herrscht eine gewisse Sorge", sagt ein ausländischer Diplomat.
"Der Geheimnisvolle". Sechs Mal hat Odinga im Laufe seines Lebens die Partei gewechselt. Diese Mischung aus politischer Wankelmütigkeit und abgebrühter Entschlossenheit hat ihm in der Sprache seines Luo-Stammes den Spitznamen "Der Geheimnisvolle" eingebracht.
Rivalitäten. Auf dem Weg nach oben hat der 62-Jährige keine Mühen gescheut. Vor der Präsidentschaftswahl am Donnerstag dominierte seine ungestüme Kampagne den Wahlkampf im ganzen Land. Kreuz und quer zog der allgegenwärtige Odinga mit seiner Partei Orange Democratic Movement (ODM) durch das Land und hängte alle seine Rivalen ab - nach jüngsten Ergebnissen auch den amtierenden Präsidenten Mwai Kibaki.
Rückzug der Kandidatur. Schon vor vier Jahren hatte Odinga Ambitionen auf das Präsidentenamt - zog damals jedoch seine Kandidatur zugunsten von Kibaki zurück. Diesmal setzte der Königsmacher alles daran, selbst König zu werden, doch viele Kenianer und ausländische Beobachter sind verwirrt von Odingas Launenhaftigkeit. Sie sind vor allem daran interessiert, dass Kenias sanfter Übergang zu Demokratie und wirtschaftlichem Wohlstand fortgesetzt wird.












