Die letzten Monate im Leben von Benazir Bhutto
Pakistanische Oppositionspolitikerin kehrte aus dem Exil in die bedrohliche Heimat zurück. Knapp zwei Monate später wurde sie ermordet.

Foto © APBenazir Bhutto
Als Verbündete von Staatschef Pervez
Musharraf durfte Benazir Bhutto aus dem langjährigen Exil nach
Pakistan zurückkehren, bevor sie wieder zur erbitterten Gegnerin des
Präsidenten wurde. Die wichtigsten politischen Stationen der letzten
Monate im Leben der ermordeten Oppositionsführerin:
20. Juli 2007: Bhutto und Musharraf verhandeln bei einem
Geheimtreffen in Dubai über eine Machtteilung. Bhutto soll Musharrafs
Verbleib im Amt des Präsidenten unterstützen und dafür
Regierungschefin werden. Mit dem Pakt wollen beide ihren gemeinsamen
Rivalen Nawaz Sharif ausbooten.
18. Oktober: Bhuttos Rückkehr nach acht Jahren Exil wird von einem
schweren Selbstmordattentat überschattet. Rund 140 Menschen kommen
bei dem Anschlag auf ihren Konvoi in ihrer Geburtsstadt Karachi ums
Leben. Bhutto entgeht der Bluttat nur knapp.
3. November: Musharraf verhängt den Ausnahmezustand, setzt die
Verfassung außer Kraft und lässt Oppositionelle verhaften. Der
Staatschef begründet seine Entscheidung mit der Gefahr durch
islamische Extremisten. Bhutto geht daraufhin auf Distanz zu dem
General, dessen Wiederwahl wegen seiner Doppelfunktion als Armeechef
umstritten ist, und kündigt Massenproteste an.
9. November: Wenigen Stunden vor einem Protestmarsch stellt
Musharraf Bhutto erstmals unter Hausarrest. In den folgenden Tagen
schließt die Ex-Premierministerin weitere Verhandlungen über eine
Machtteilung mit Musharraf aus und strebt stattdessen ein Bündnis mit
Sharif an.
26. November: Bhutto und Sharif reichen ihre Kandidaturen für die
Parlamentswahl am 8. Jänner ein. Zwei Tage später wird Musharraf nach
seinem Rücktritt als Armeechef als rein ziviler Präsident vereidigt.
27. Dezember: Bhutto wird während einer Wahlkampfveranstaltung in
Rawalpindi nahe der Hauptstadt Islamabad ermordet. Bei dem
Selbstmordattentat werden insgesamt etwa 20 Menschen getötet.












