Österreicher stellen Koalition schlechtes Jahreszeugnis aus
Kein verspätetes Weihnachtsgeschenk gibt es von den Österreichern für die Bundesregierung: 60 Prozent bewerten die Regierungsarbeit negativ. Wenig Zustimmung gibt es von der Bevölkerung auch zu den Parteilinien bei der Asylpolitik.

Foto © ReutersDuo an der Spitze: Wilhelm Molterer und Alfred Gusenbauer
Die Österreicher haben der Großen Koalition ein
schlechtes Jahreszeugnis ausgestellt. Laut einer Umfrage der
Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft (SWS) sind 20 Prozent
der Österreicher mit Rot-Schwarz "sehr unzufrieden". 60 Prozent
bewerteten die Regierungsarbeit allgemein negativ. "Insgesamt kein
erfreuliches Ergebnis für die Koalitionsregierung", so SWS-Vizechef
Herbert Skarke bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.
Ein schwacher Trost: Der Anteil jener, die mit der Regierung nur
"eher unzufrieden" sind, ist von 48 auf 40 Prozent gesunken. "Sehr
zufrieden" sind lediglich drei Prozent, "eher zufrieden" schon 33
Prozent. Am glücklichsten mit der derzeitigen Regierungsform haben
sich die ÖVP-Anhänger gezeigt. 54 Prozent sind bewerten die Koalition
positiv. In der SPÖ sind dies nur 45 Prozent.
Asyldebatte.
Ein "Problem, das das Land spaltet" sieht Skarke in der
Asyldebatte, ausgelöst durch den Fall Arigona Zogaj. Hier stimmen die
Österreicher kaum einer Parteilinie zu. Mit jeweils 17 Prozent
zeigten sich die Befragten noch am ehesten einverstanden mit der
Haltung von ÖVP und Grünen. 15 Prozent sehen die SPÖ-Haltung als
korrekt an.
Durch die FPÖ sahen zehn Prozent ihre Haltung in
Asylfragen bestätigt. Lediglich drei Prozent können mit dem BZÖ-Kurs
etwas anfangen. Nur knapp mehr als die Hälfte der SPÖ-Sympathisanten
stimmte der roten Parteilinie zu. Am meisten bestätigt sahen sich die
FPÖ-Wähler mit 78 Prozent.












