Studie: Zwei Drittel der Österreicher mit Kanzler-Performance unzufrieden
Laut einer IMAS-Studie sind nur noch 19 Prozent mit dem politischen Klima insgesamt zufrieden, besonders massiv an Vertrauen eingebüßt hat Österreichs Bundeskanzler. Positiver als zuletzt werden nur wenige Punkte bewertet.

Foto © ReutersPolitik- und Kanzlerverdrossenheit steigen weiter
Die Politikverdrossenheit der Österreicher wird immer
größer. Laut einer IMAS-Studie für die "Presse" (Montagsausgabe) sind nur noch 19 Prozent mit dem politischen Klima zufrieden, Ende Dezember 2007 waren es immerhin noch 32 Prozent.
Vernichtendes Urteil. ÖVP-Anhänger (23 Prozent) und SPÖ-Anhänger (22 Prozent) sind dabei ein wenig zufriedener als der Durchschnitt. Massiv an Vertrauen eingebüßt hat Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ): Nur noch 33 Prozent der Österreicher sind mit seiner Performance zufrieden. Zum Jahreswechsel 2007/2008 waren es noch 49 Prozent gewesen.
Auch SPÖ-Anhänger unzufrieden. Unter den SPÖ-Anhänger sind lediglich 50 Prozent mit Gusenbauer zufrieden, 49 Prozent sind es nicht. Insgesamt sind die Bürger laut der Umfrage mit dem Lebensstandard, der Meinungsfreiheit, der gesundheitlichen Versorgung, der Tätigkeit der Polizei und Gerichte, dem Zusammenleben mit Ausländern und der sozialen Gerechtigkeit unzufriedener als Ende Dezember.
Entspannt. Angesichts des sich abzeichnenden Abrückens der ÖVP vom Familiensplitting zeigt sich unterdessen die SPÖ in der Steuerreform-Debatte am Montag entpspannt: Bundeskanzler Gusenbauer meinte vor dem Parteipräsidium, die gestrigen Aussagen von Finanzminister Wilhelm Molterer (ÖVP) hätten gezeigt, dass der Weg eines Kompromisses möglich erscheine. Überhaupt gehe es ihm nicht um einen Namensstreit, sondern um Inhalte, und da sei klar, dass die Familien stärker gefördert werden müssten.
Features
Besser beurteilt
Dem Schul- und Aus-
bildungswesen, der Betreuung Alterer und Pflegebedürftiger und dem Angebot an Arbeitsplätzen stellten die Befragten ein besseres Zeugnis aus als zu Beginn des heurigen Jahres.
Fakten
Parteiinterne Kritik wies Gusenbauer strikt zurück: "Forderungen stellen"
könne jeder. Durchsetzen sei "etwas anderes". Ihm gehe es darum, "für
das Volk etwas zu erreichen". Er will sich auch im Herbst der
Wieder-
wahl als Parteichef stellen.














