Kärntens Grüne drängen auf Abschaffung der Konzentrationsregierung
Grüne Landessprecher Rolf Holub fegt mit scharfer Kritik über die aktuelle Konzentrationsregierung und über Kärntens LH Jörg Haider.

Foto © APAScharfe Kritik Rolf Holubs gegen Haider
Für die Abschaffung der in Kärnten
existierenden Konzentrationsregierung zugunsten einer
Koalitionsregierung nach dem Vorbild anderer Bundesländer machen die
Grünen mobil. "Eine echte Opposition ist dringend erforderlich",
betonte Landessprecher Rolf Holub vor dem Hintergrund der jüngsten
Budgetdiskussionen. Hier habe sich gezeigt, dass Landeshauptmann Jörg
Haider (B) "auf dem Rücken des Landes alle gegeneinander ausspielt",
sagte Holub am Wochenende im Gespräch mit der Austria Presse Agentur.
Kritik.
"Haider nimmt alle als Geisel und SPÖ und ÖVP können nicht Paroli
bieten", konstatierte Holub. Insbesondere in Budgetfragen würden Rot
und Schwarz "zu kurzfristig sehen" und sich zum Teil auch erpressen
lassen. Ebenso sei es verantwortungslos, um eigener Vorteile willen
der dramatischen Verschuldung des Landes nicht im Wege zu stehen. Im
Haushaltsentwurf 2008 sei die Nettoneuverschuldung zwar mit nur 92
Millionen Euro angegeben, tatsächlich liege der Abgang laut dem
Grün-Abgeordneten aber zwischen 350 und 400 Millionen.
Keine "kurzfristige Logik".
"Man braucht nur die Nachbesserungen mittels
Nachtragsvoranschlägen, die vorgesehenen 70 Millionen Euro aus dem
Zukunftsfonds und die großen Brocken der außerbudgetären
Verpflichtungen, wie Krankenanstalten Betriebsgesellschaft und
Wirtschaftsförderungsfonds dazu rechnen", erläuterte der
Grünen-Landessprecher. Auf die Frage, was er sich von einer
Koalitionsregierung erwarte, meinte er: "In diesem Fall würde es eine
echte Kontrolle durch eine starke Opposition und nicht die jetzt von
den Regierungsmitgliedern praktizierte kurzfristige Logik geben".
Leicht erpressbar.
Heute würden laut Holub alle nur an ihre eigenen Vorteile denken
und seien daher auch leicht erpressbar. Falls der derzeitige Kurs der
Verschwendung aber weiter gefahren werde, drohe dem Land in einigen
Jahren der Finanzkollaps, für Investitionen werde kein Geld mehr
vorhanden sein. Holub: "Ich glaube nicht, dass 2015 noch irgendetwas
möglich ist." Der Grün-Politiker schlägt daher vor, dass "die besten
Köpfe nicht nur Österreichs, sondern Europas eingeladen werden
sollen, ein wirkliches Sanierungskonzept zu erarbeiten". Bisher sei
nämlich zur Behebung des Budgetdilemmas "in Kärnten immer nur
kurzfristig gedacht und verkauft worden".
"Wedelkurs".
Kritik übte Holub am Verhalten von ÖVP-Obmann Josef Martinz, der
innerhalb der Regierung "einen Wedelkurs fährt, je nach seinem
Vorteil". SPÖ-Chefin Gaby Schaunig wirft der Grün-Politiker mangelnde
Gesprächsbereitschaft vor. "Sie reden nicht mit uns, obwohl sie oft
gerne hätten, dass wir sie im Landtag unterstützen", meinte er in
Richtung Sozialdemokraten. Generell richtete Holub an SPÖ und ÖVP das
Angebot auf verstärkte Zusammenarbeit: "Ein bisschen Kenia-Koalition
hätte etwas für sich." Man könnte Haider mehr unter Druck setzen und
verhindern, dass er "alle gegeneinander ausspielt", meinte Holub im
Hinblick auf die Nationalfarben Kenias: rot, schwarz und grün.












