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Zuletzt aktualisiert: 10.11.2007 um 13:00 Uhr

Joschka Fischer: "Wir verlieren Pakistan"

Der frühere deutsche Außenminister Joschka Fischer hat massive Kritik an der US-Außenpolitik geübt.

"Wir verlieren Pakistan durch die gleichen Fehler wie vor dem Jahr 1979 (den Iran, als es dort zur islamischen Revolution kam, Anm.)", sagte Fischer am Samstag bei einer Diskussionsveranstaltung des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Wien. Er sei auch besorgt wegen der Zuspitzung des Iran-Atomkonflikts. Die Möglichkeit eines US-Angriffs auf den Iran bereite ihm "Alpträume".

Düster. "Die Situation ist sehr düster", sagte der frühere deutsche Chefdiplomat. Sollte es zu einem Umsturz in Pakistan kommen, "wird die gesamte Region auf den Kopf gestellt", verwies er auf mögliche Konsequenzen für Afghanistan.

Hochschaukeln. In Hinblick auf den Iran äußerte Fischer die Befürchtung, dass sich der Konflikt durch die bevorstehenden Wahlen in beiden Ländern hochschaukeln könnte. Jüngste Aussagen des aussichtsreichen republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Rudy Giuliani zum Iran hätten ihn "schockiert", sagte Fischer. Auch der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad habe Interesse an einem "begrenzen Militärschlag" gegen sein Land, um seine Wahlchancen im kommenden Jahr zu erhöhen.

Warnung. Fischer warnte die USA davor, im Iran "wieder einen Krieg zu beginnen, der nicht gewonnen werden kann". Den transatlantischen Beziehungen würde dieser Krieg einen "massiven Schlag" versetzen, erwartet er ein noch stärkeres Zerwürfnis als im Irak-Konflikt. "Wir werden dann aggressive Worte in den transatlantischen Beziehungen verwenden müssen."

"Tragische Entwicklung." Dass die USA sich seit dem Ende des Kommunismus nur noch auf ihre militärische Macht verließen, sei eine "tragische Entwicklung", so Fischer. "Wir alle zahlen den Preis dafür", kritisierte Fischer, der sich skeptisch über eine Änderung in der US-Außenpolitik nach den kommenden Präsidentenwahlen zeigte.


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