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Zuletzt aktualisiert: 02.11.2007 um 07:10 Uhr

"Stachel im Fleisch sein"

Der neue Klubobmann der Kärntner ÖVP, Stephan Tauschitz, im Gespräch mit der Kleinen Zeitung über seine geheime Wahl und seine Mission in der Kärntner Politik.

Sie sollen der erste Klubobmann in der Geschichte des Kärntner Landtages sein, der von seinem Klub nicht gewählt wurde. Eine Handicap?
Stephan Tauschitz: Wenn wenige Leute zusammensitzen, gibt es viele Möglichkeiten, zu wählen. Man muss nicht die Hand heben, man kann klar seine Meinung kundtun. Ich bin ordnungsgemäß gewählt. Und wer mich nicht gewählt hat, das bleibt unser Familiengeheimnis. Wir sind ein tolles Team und die Reaktionen aus der Partei waren extrem positiv.

BZÖ-Klubchef Kurt Scheuch sagt, mit Ihnen vollzieht die ÖVP einen Linksruck. Beim Moscheenverbot wollte die ÖVP das BZÖ rechts überholen. Wo soll es also wirklich lang gehen?
Stephan Tauschitz: Scheuch soll sich besser Gedanken machen, ob das, was das BZÖ tut, gut für das Land ist. Die ÖVP hat einen klaren Kurs: verlässlich für die Kärntner zu arbeiten und darauf zu schauen, dass nicht das Sparschwein unserer Kinder geschlachtet wird und der Landeshauptmann damit nach Dubai fliegt.

Als Vorsitzender des Hypo-Untersuchungsausschusses haben Sie eher den Eindruck des Zu- als des Aufdeckers gemacht. Was galt es zu verbergen?
Stephan Tauschitz: Ich weise zurück, dass irgendetwas nicht untersucht wurde. Es ist wurde alles gefragt, bis niemand mehr eine Frage hatte. Glaubt irgendwer, dass wir bei einem Börsegang mehr bekommen hätten? Es sind alle heilfroh, dass es so gelaufen ist, auch die SPÖ.

Was haben Sie bisher in der Kärntner Politik geleistet? Wo ist ein Pickerl drauf: da ist Tauschitz drin?
Stephan Tauschitz: Dass mehr Leute als vorher wissen, wie in diesem Land mit Geld umgegangen wird und das Bewusstsein, wir müssen auf unsere Ressourcen für die nächste Generation aufpassen, geschärft ist. Seebühne, Styrian Spirit usw. waren Dinge, wo ich ganz massiv aufgezeigt habe. Das ist für die handelnden Personen unangenehm. Aber ich bin angetreten, der Stachel im Fleisch zu sein. Und der Stachel im Fleisch tut weh.

INTERVIEW: ANTONIA GÖSSINGER

Foto

Foto © www.oevpkaernten.at

Stephan TauschitzFoto © www.oevpkaernten.at

Zur Person

Stephan Tauschitz, 29 Jahre alt, aus Replach bei Grafenstein.
Ausbildung: Landwirtschaftliche Schulen Goldbrunnhof, Raumberg, Wirtschaftsuniversität Wien, derzeit Universität Klagenfurt (Wirtschaft & Recht).

Polit-Karriere

Schülerunion, seit 2003 andesobmann Junge ÖVP, seit 2004 Abgeordneter.

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