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Zuletzt aktualisiert: 31.10.2007 um 15:17 Uhr

Motivation zurück? Regierung bewegt sich wieder

Umfangreiches Gesetzespaket wandert durch den Ministerrat, bei der Schulreform zeichnet sich eine Einigung ab.

Gusenbauer und Molterer in Regierungslaune

Foto © APAGusenbauer und Molterer in Regierungslaune

Die Regierung hat wieder Lust auf Arbeit bekommen. Beim heutigen Ministerrat wurde ein großes Bündel an Maßnahmen verabschiedet, von der Arbeitslosenversicherung für freie Dienstnehmer über die Rezeptgebührdeckelung bis zur Abschaffung von "Licht am Tag". Selbst bei der Schulreform stehen die Zeichen auf Einigung. Einzig beim Kampf gegen die Raucher macht die Regierung eine Pause. Das Tabakgesetz dürfte für das heurige Jahr vom Tisch sein.

Motivation. Angesichts der Fülle an Beschlüssen war auch die Regierungsspitze motiviert genug, sich nach zwei Wochen Pause wieder dem traditionellen Pressefoyer nach dem Ministerrat zu stellen. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) erfreute sich etwa an der Deckelung der Rezeptgebühren mit zwei Prozent des Jahresnettoeinkommens, die laut Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (V) rund 300.000 Personen Vorteile bringen wird. Einig ist man sich auch bei der Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge um 0,15 Prozent, die im Bereich der Pensionisten von diesen alleine getragen werden muss. Sozialminister Erwin Buchinger (S) dachte hier an, den Senioren ihre Einbußen durch eine höhere Pensionsanpassung zu kompensieren.

Arbeitslose und Selbstständige. Kanzlerfreuden verursachte die Einbeziehung der freien Dienstnehmer in die Arbeitslosenversicherung. Schön für die Wirtschaft ist vor allem, dass sich auch Selbstständige hier einklinken können. Ein Geschenk für die Dienstnehmer ist, dass sie künftig schon nach einem Jahr Betriebszugehörigkeit in Bildungskarenz gehen können, und das mit doppelt so viel Geld, nämlich rund 850 Euro. Weniger erfreulich für die Arbeitnehmer ist dagegen die Änderung der Zumutbarkeitsbestimmungen, etwa bei der Wegzeit (zwei Stunden) oder bei der Möglichkeit, Langzeitarbeitslose unter bestimmten Umständen auch zu sozialen Dienstleistungen zu bewegen.

Jubel. Aber nicht nur der Kanzler konnte heute jubeln, Vizekanzler Wilhelm Molterer (V) durfte im Pressefoyer die Fortsetzung im Kampf gegen das Komatrinken preisen. Konkret wird der Verkauf von Alkohol an Jugendliche nun auch im Handel verboten, zusätzlich werden die Strafen für Gastronomiebetriebe erhöht, die alkoholische Getränke an Heranwachsende abgeben. Die Mindestbuße wurde mit 180 Euro festgelegt, die Höchststrafe mit 3.600 Euro. Im Extremfall kann es sogar zum Entzug der Konzession kommen.


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