Kirchner als neue Präsidentin Argentiniens vereidigt
Die Ehefrau des bisherigen Staatschefs hat einiges vor.

Foto © APACristina Fernandez de Kirchner
Die bisherige First Lady Cristina Fernandez de Kirchner hat in Argentinien als Nachfolgerin ihres Mannes Nestor Kirchner das Amt des Staatspräsidenten übernommen und dabei vor allem Kontinuität versprochen. Die 54-Jährige Präsidentin rief am Montag in ihrer Antrittsrede im Kongressgebäude von Buenos Aires Unternehmer und Gewerkschaften im Rahmen des angestrebten Sozialpaktes auf, Streitigkeiten zugunsten von "großen Zielen" zu vermeiden. Die neue Präsidentin legte den Amtseid im Kongress vor den Abgeordneten und zahlreichen ausländischen Staatschefs ab. Sie hatte im Oktober als erste Frau im südamerikanischen Land die Präsidentenwahl gewonnen.
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Kirchners Versprechen. Bei ihrem Amtsantritt lobte Cristina Kirchner die Amtszeit ihres
Mannes und versprach Kontinuität. Der "institutionelle Wiederaufbau"
Argentiniens nach der schweren Wirtschafts- und Sozialkrise von 2001
und 2002 solle fortgesetzt werden. Die neue Präsidentin betonte aber
auch, sie wolle "alles korrigieren, was nötig ist". Sie werde unter
anderem die Politik der Menschenrechte vertiefen und die regionale
Integration noch mehr fördern. Außerdem solle eine Reform des
Justizapparates vorangetrieben werden. Die Forderung nach der
Souveränität über die britischen Falkland-Inseln (Islas Malvinas) sei
"unverzichtbar", sagte sie.
Strafverfahren beschleunigt. Kirchner sprach sich auch für eine Beschleunigung der
Strafverfahren gegen Angehörige der früheren Militärdiktatur aus. Sie
erwarte, dass während ihrer vierjährigen Amtszeit endlich diejenigen
Verfahren abgeschlossen würden, die seit mehr als 30 Jahren
verschleppt würden, sagte sie. Die Menschenrechtsverletzungen während
der Militärherrschaft von 1976 bis 1983 seien der größte Völkermord
der argentinischen Geschichte. Im "Schmutzigen Krieg" der
rechtsgerichteten Offiziere wurden nach offiziellen Angaben nahezu
13.000 Regimegegner getötet oder sie verschwanden spurlos.
Menschenrechtler schätzen, dass tatsächlich fast doppelt so viele
Menschen betroffen waren.
Feier für Kirchner. Flankiert von ihrem Mann und ihren zwei Kindern ließ sich
Fernandez nach ihrer Amtseinführung vor dem Regierungssitz Casa
Rosada feiern. Für die rund 10.000 dort versammelten Menschen
spielten prominente Künstler wie die Folk-Sängerin Mercedes Sosa.
Kirchners Kabinett. Nach der Amtsübernahme vereidigte die Staatschefin am Abend
(Ortszeit) in der Casa Rosada ihr Kabinett. Viele der Minister ihres
Mannes bleiben im Amt, wie etwa Kabinettschef Alberto Fernandez oder
Nestors Schwester Alicia Kirchner als Ministerin für Soziale
Entwicklung. Neuer Finanzminister wurde Martin Lousteau. Neu im Amt
ist auch Außenminister Jorge Taiana.
Zwei Wahlgänge. Ende Oktober hatte die Senatorin Kirchner im ersten Wahlgang knapp
45 Prozent der Stimmen erhalten. Abgeschlagen auf Platz zwei landete
die Mitte-Links-Kandidatin Elisa Carrio mit 23 Prozent. Im
argentinischen Parlament konnten Kirchners Peronisten außerdem ihre
Mehrheit ausbauen.
Ihre Hauptaufgaben. Die First Lady profitierte zwar von wirtschaftspolitischen
Erfolgen ihres Mannes und dem Einsatz des Staatsapparates für den
Wahlkampf. Die bisherige Senatorin des bevölkerungsreichsten
Bundesstaates Buenos Aires gilt aber als erfahrene Politikerin. Als
ihre Hauptaufgaben bezeichnete sie die Festigung der Demokratie,
weiteres Wirtschaftswachstum und die Überwindung der sozialen
Unterschiede.
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Fakten
Argentinien ist eine Republik im Süden Südamerikas. Es ist der achtgrößte Staat der Erde. Politisch handelt es sich bei Argentinien um eine präsidiale Bundesrepublik, in der die einzelnen Provinzen weitreichende Kompetenzen innehaben.
Fakten
Der 57-jährige Präsident Nestor Kirchner genießt
ein hohes Ansehen in Argentinien. Die Bevölkerung rechnet ihm hoch
an, nach dem wirtschaftlichen Kollaps von 2001 den Aufschwung
gebracht zu haben. Seit seinem Amtsantritt 2003 wuchs das
Bruttoinlands-
produkt um 45 Prozent, die Arbeitslosenrate konnte
amtlichen Angaben zufolge von einst 20 Prozent unter die
Zehn-Prozent-Marke gedrückt werden.














