Putin sieht Russland "zu Vergeltungsmaßnahmen gezwungen"
Russland werde auf die geplante Stationierung von US-Abwehrraketen in Polen mit einer Modernisierung seiner Streitkräfte und Waffensysteme reagieren, so der russische Präsident.

Foto © APAPutin gibt sich kampflustig
Im Streit über
den geplanten US-Raketenabwehrschirm und den KSE-Vertrag hat der
russische Präsident Wladimir Putin den Vereinigten Staaten ein neues
Wettrüsten vorgeworfen. "Wir sind zu Vergeltungsmaßnahmen gezwungen",
erklärte Putin am Freitag vor Ministern, Abgeordneten und
Gouverneuren aus den russischen Regionen. Russland werde auf die
geplante Stationierung von US-Abwehrraketen in Polen mit einer
Modernisierung seiner Streitkräfte und Waffensysteme reagieren.
Wettrüsten.
"Eine neue Runde des Wettrüstens hat begonnen. Und wir waren nicht
diejenigen, die angefangen haben", sagte Putin. Er kündigte eine neue
Rüstungsstrategie für sein Land bis 2020 an. "In den nächsten Jahren
soll die Produktion neuer Waffensysteme aufgenommen werden, die den
Verteidigungsmöglichkeiten anderer Staaten in nichts nachstehen und
in einigen Fällen sogar noch besser sind", sagte er.
Vereinbarungen.
"Wir erfüllen alle internationalen Vereinbarungen, darunter auch
die im Sicherheitsbereich, sowie internationale Abkommen,
insbesondere den Vertrag über Rüstungskontrolle in Europa - den
KSE-Vertrag", sagte der Präsident. "Unsere Partner aus dem
Nordatlantikpakt haben einige Dokumente nicht ratifiziert und
erfüllen sie auch nicht, dabei fordern sie von uns eine weitere
einseitige Erfüllung. Die NATO selbst erweitert sich und bringt ihre
Militärinfrastruktur unseren Grenzen nahe." Russland hatte den
Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) Ende des
Vorjahres ausgesetzt. Das KSE-Abkommen begrenzt die Zahl von Panzern,
Flugzeugen, und anderen konventionellen Waffen.
Einigung.
Warschau und Washington hatten sich in der vergangenen Woche auf
die Aufstellung von Abwehrraketen in Polen geeinigt. Die USA planen
zudem die Installation einer Radaranlage für den Raketenabwehrschirm
in Tschechien.
NATO diplomatisch.
Die NATO, der sowohl die USA als auch Polen und Tschechien
angehören, wies Putins Worte zurück. "Wir sollten auf unnötig hitzige
Rhetorik verzichten", erklärte NATO-Sprecher James Appathurai in
Vilnius, wo am Freitag die Verteidigungsminister der Allianz mit dem
stellvertretenden russischen Ressortchef Alexander Kolmakow
zusammentrafen. Das westliche Verteidigungsbündnis sei sich der
russischen Bedenken bewusst und wolle "so weit wie möglich auf diese
Bedenken eingehen. Aber natürlich müssen wir auch die Interessen und
Sicherheit von NATO-Staaten berücksichtigen", sagte der
NATO-Sprecher.
Features
Fakten
Die USA wollen den Raketenschild in Polen, Tschechien sowie im Kaukasus bis 2013 installieren.
Ziel ist es laut der Regierung in Washington, Raketen aus dem Iran und Nordkorea abzufangen.
Deutschland, Norwegen, Kanada, Österreich, die Slowakei und Luxemburg haben Bedenken angemeldet












