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Zuletzt aktualisiert: 18.10.2007 um 07:30 Uhr

Laibacher Parlament drängt auf Vertretung für Kärntner Slowenen

Die Einsetzung einer Arbeitsgruppe und Zeitplan ist vereinbart. Slowenien will Druck auf Österreich machen.

Was den Kärntner Slowenen bisher in Österreich versagt geblieben ist, sollen sie nun mit Hilfe Sloweniens erhalten: Eine gemeinsame, demokratisch gewählte und staatlich anerkannte Vertretungskörperschaft. Der Laibacher Parlamentsausschuss für Auslandsslowenen hat am Mittwoch die Gründung einer Arbeitsgruppe vorgeschlagen, die über das Statut einer gemeinsamen demokratischen Vertretung für die Minderheit beraten und einen Terminplan für ihre Umsetzung vereinbaren soll.

Kärntner Slowenen. Über die Idee einer gemeinsamen Vertretung der auf mehrere Organisationen aufgesplitterten Kärntner Slowenen wird schon seit einem Jahrzehnt diskutiert. Die "Ideallösung" wäre, wenn diese Vertretung innerhalb der österreichischen Rechtsordnung verwirklicht werden könnte, waren sich die Vertreter der Minderheit einig, doch sei dies aufgrund der politischen Lage in Österreich schwer zu erreichen. Mögliche Lösungen sind eine Erweiterung des bestehenden "Koordinationskomitees der Kärntner Slowenen" (KOKS), die Abschaffung der hohen Wahlhürde im Kärntner Landtag für eine Sammelpartei der Minderheit oder gleich die Schaffung eines 37. Mandats für einen Minderheitenvertreter im Landesparlament.

"Gespaltene" Minderheit. Die österreichische Politik wünsche sich eine "gespaltene" Minderheit, meinte der Sekretär der Rats der Kärntner Slowenen (NSKS), Marjan Pipp, gegenüber der APA. Er sehe daher wenig politischen Willen für eine öffentlich-rechtliche Vertretung der Minderheit in Österreich. Die slowenische Minderheit brauche aber einen geordneten Mechanismus für Meinungsaustausch und Entscheidungen über die Minderheitenfragen. Deshalb begrüße er die Idee, zunächst eine Vertretung nach slowenischem Recht zu gründen, die die Beziehungen der Minderheit mit Laibach regeln würde. Dieses Gremium würde dann auch "Faktizität" gegenüber Österreich entfalten, hofft Pipp, der darin keinen Eingriff in die Kompetenzen Österreichs sieht.

Österreichische Rechtsordnung. Der Chef der Gemeinschaft der Kärntner Sloweninnen und Slowenen (SKS), Bernard Sadovnik, sprach sich gegen eine nach slowenischem Recht gegründete Vertretung der Kärntner Slowenen aus. Dies verstieße gegen die österreichische Rechtsordnung und würde die Probleme der Minderheit nicht lösen, sagte er der APA. Sadovnik zeigte sich optimistisch, dass eine öffentlichrechtliche Vertretung nach österreichischen Recht in von zwei bis drei Jahren realisiert werden könne, "wenn die slowenische Volksgruppe gemeinsam mit dem slowenischen Staat dies sehr klar verlangen würde".


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