FPÖ sagt "Scheidungsindustrie" den Kampf an
Staat soll Scheidungsanwälte gemäß Standardsätzen entlohnen. Klement: Vor Trennung verpflichtende Eheberatung.

Foto © APAFPÖ "Gleichbehandlungsbeauftragte" Karlheinz Klement
Die FPÖ sagt jetzt der
"Scheidungsindustrie" den Kampf an. In einem Gespräch mit der APA
wies der neue "Gleichbehandlungsbeauftragte" Karlheinz Klement darauf
hin, dass der Kreis jener, die von der ständig steigenden Zahl an
Ehescheidungen in Österreich sehr gut lebten, immer größer werde und
verständlicherweise wohl auch kein Interesse an gut funktionierenden
Ehen habe. Klement schlägt deshalb vor, dass künftig der Staat
Scheidungsrichter zur Verfügung stellen und vor einer gerichtlichen
Trennung der Besuch bei einem Eheberater verpflichtend sein sollte.
"Industriezweig Scheidung". "Rechtsanwälte, Mediatoren und Vereine aller Art leben prächtig
vom Industriezweig Scheidung", meinte der FPÖ-Politiker. Vor allem
die Anwälte hätten oft kein Interesse an einer schnellen Lösung der
Scheidungsfrage, sondern zögen den gesamten Prozessverlauf in die
Länge. Dies habe oft eine Verarmung beider Scheidungsparteien zur
Folge. Man müsse aber nach der Scheidung "die Möglichkeit haben,
weiterleben zu können", so Klement.
Der Staat sollte daher Scheidungsanwälte zur Verfügung stellen und
gemäß den Standardsätzen die Kosten übernehmen, sofern dies
beansprucht wird. Somit wäre das Honorar des Anwaltes nicht am
Klagswert zu errechnen, sondern es gäbe Fixkosten. Voraussetzung für
eine derartige staatliche Unterstützung müsste aber sein, dass sich
das scheidungswillige Paar für eine bestimmte Dauer einer Eheberatung
unterzieht. Im Falle von Kindern sollte eine Eheberatung vor dem Gang
zum Scheidungsrichter überhaupt verpflichtend sein, egal, ob ein
staatlicher Anwalt beansprucht werde oder nicht, fordert der Kärntner
Nationalratsabgeordnete.
Kinder als Druckmittel. Klement bekräftigte auch die Forderung seiner Partei nach einem
verpflichtenden gemeinsamen Obsorgerecht. Männer sollten künftig das
Recht haben, jederzeit ihre Kinder sehen zu können, und diese dürften
von den Frauen "nicht mehr als Druckmittel eingesetzt werden". Auch
die jetzige Form des Wegweisungsrechtes müsste überprüft werden.
Klement: "Heute ist es so, dass Frauen nur etwas behaupten müssen und
ihre Männer werden dann sogar in Handschellen weggebracht."
Rechte der Männer. Im Sinne seines Kampfes um mehr Rechte für Männer will Klement
auch Richterinnen und Frauenvereinen zu Leibe rücken: "Wenn weibliche
Richter nachweislich über einen längeren Zeitraum hinweg zu Lasten
der Männer einseitig urteilen, muss die Richtervereinigung
einschreiten." In Richtung Frauenvereine meint er: "Alle Vereine, die
öffentliche Förderungen bekommen, müssen dahingehend überprüft
werden, ob sie auch wirklich gute Absichten haben."
"Feministengruppierungen". Laut Klement gebe es nämlich Frauenvereine, die von der
Eheberatung her "unglaubliche Sachen" praktizierten. Es gehe diesen
"Feministengruppierungen" keinesfalls um Aufklärung im Sinne einer
gütlichen Einigung: "Sie wollen im Gegenteil bewusst die Spaltung."
Danach komme es vor, dass Männer "unter das Existenzminimum gepfändet
werden und weniger als ein Schwerverbrecher oder Millionenbetrüger
bekommen."
FPÖ-Klausur. Sehr zufrieden zeigt sich Klement mit dem Echo auf die bei der
FPÖ-Klausur in Stegersbach Ende September gestartete Aktion gegen die
Benachteilugung von Männern. "Ich habe bisher über 300 Rückmeldungen
erhalten und es war keine negative dabei", berichtete er. So habe ihm
ein Salzburger ÖVP-Gemeinderat zu seinem Engagement gratuliert und
versichert, das nächste Mal freiheitlich zu wählen. Klement kündigte
für die nächste Zeit auch eine Pressekonferenz an, bei der er über
krasse Einzelfälle von geschiedenen Männern berichten werde.












