Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 31. Juli 2014 19:38 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    UN-Mitarbeiter: "Bevölkerung am Abgrund" US-Repräsentantenhaus erlaubte Klage gegen Obama Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Politik Nächster Artikel UN-Mitarbeiter: "Bevölkerung am Abgrund" US-Repräsentantenhaus erlaubte Klage gegen Obama
    Zuletzt aktualisiert: 06.10.2007 um 20:11 Uhr

    Alltag im Kosovo: Ungleiche Einkommen, Bürokratie und Korruption

    Der Alltag im Kosovo ist hart und meist trist. Chancen auf eine besser Zukunft gibt es wohl nur, wenn der Status der mehrheitlich von Albanern bewohnten serbischen Provinz endlich geklärt wird.

    Foto © APA

    Die serbischen Medien und viele Politiker in Belgrad malen vom Kosovo ein düsteres Bild: Eine Provinz, dominiert von Drogenschmuggel und organisierter Kriminalität, von Armut und Arbeitslosigkeit, mit einer machtlosen Uno-Verwaltung und einer internationalen Friedenstruppe, die das Lebensrecht der serbischen Minderheit nicht zu schützen vermag. Genährt wurde dieses finstere Bild des Kosovo in Serbien, als bei Unruhen im März 2004 Tausende Serben flüchteten und albanische Extremisten ihre Häuser und Kirchen in Brand steckten.

    Im Wandel. Aber in Wahrheit hat sich das Kosovo-Bild in den vergangenen Jahren trotz des albanischen Nationalismus und vieler offenen Wunden und Rechnungen doch etwas gewandelt. Ein Beispiel dafür ist der Grenzübergang Merdare zwischen Serbien und dem Kosovo. Immer öfter sieht man, dass auch Autos mit serbischen Kennzeichen über die Grenze kommen. Und in Istok im Nordwesten des Kosovo sind sogar erste Anzeichen einer Rückkehr vertriebener Serben feststellbar, werden orthodoxe Kirchen wieder aufgebaut.

    Gemeinsamkeit. So paradox es auf den ersten Blick scheinen mag, haben Serben, Albaner und alle anderen Einwohner des Kosovo zumindest eine Gemeinsamkeit: Sie alle haben mit denselben Alltagsproblemen zu kämpfen. Sie rühren nicht zuletzt daher, dass weder Uno noch EU seit dem Ende des Krieges eine Entwicklungsstrategie für die rückständige Provinz entwickelt und umgesetzt haben.

    Alltag. Dieses Versäumnis wirkt sich drastisch auf das tägliche Leben aus: die Stromversorgung ist noch immer nicht gesichert, umweltverschmutzende Braunkohlekraftwerke liefern viel zu wenig Energie. Der Großteil aller Waren wird importiert, die Landwirtschaft leidet an einem Mangel an Vieh, an der Unmöglichkeit, Milch hygienisch und rasch zu Molkereien zu transportieren und an der schlechten Infrastruktur, die auch die übrige wirtschaftliche Entwicklung hemmt.

    Ungleiche Einkommen. Größter Arbeitgeber sind die internationalen Institutionen, also die Uno, die "Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit" (OSZE), die EU und die Kosovo-Friedenstruppe KFOR, deren Lohnniveau weit über dem liegt, was der Staat oder viele private Firmen bezahlen. So verdienen Dolmetscher bei den "Internationalen" zwischen 400 und 800 Euro pro Monat, während das offizielle Gehalt eines Uni-Professors bei 200 bis 300 Euro liegt. Die internationalen Organisationen halten auch die vielen Restaurants im Pristina und anderen Städten am Leben und sind auch für ein Preisniveau verantwortlich, das mit Österreich vergleichbar ist!

    CHRISTIAN WEHRSCHÜTZ, PRISTINA

    Mehr Politik

    Mehr aus dem Web

      KLEINE.tv

      Türken wählen in Deutschland

      Die Vorbereitungen für die Präsidentenwahl der Türken in Deutschland lau...Noch nicht bewertet

       

      Politik im Bild

      Abbauarbeiten bei der Wörtherseebühne in Klagenfurt 

      Abbauarbeiten bei der Wörtherseebühne in Klagenfurt

       

      100 Jahre Erster Weltkrieg

      Eine Reise an Orte, die bis heute vom Krieg gezeichnet sind. Elf illustrierte Reportagen auf 285 Seiten. Das neue Buch der Kleinen Zeitung ist ab sofort im Online-Shop erhältlich.

       


      Steirische Strukturreform

      APA

      Die Landesspitze baut die Gemeindestruktur massiv um. Im Jahr 2015 soll es von den derzeit 539 nur mehr 285 Gemeinden geben.

      Griechenland in der Krise



      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!