Taliban hängten 15-Jährigen wegen angeblicher Spionage
Taliban-Kämpfer haben den Jungen aus dem Haus der Eltern gezerrt und an einem Strommast aufgehängt. Die Begrgündung war, der Bub sei ein "Spion" gewesen. Am selben Tag wurde auch ein Schneider geköpft, weil er Uniformen für Regierungssoldaten nähte.

Foto © APA/ SymbolfotoDer 15-jährige Junge wurde an einem Strommast aufgehängt
In Afghanistan haben Taliban-Kämpfer einen
15-Jährigen in der Südprovinz Helmand unter dem Vorwurf der Spionage
für das Militär öffentlich gehängt. Der Verwaltungschef des Bezirks
Sangin, Haji Ezatullah, sagte am Montag, radikalislamische
Aufständische hätten den Buben aus dem Haus der Eltern gezerrt und
ihn dann an einem Strommast aufgehängt. Lokale Taliban-Kämpfer sagten
zur Begründung, der Bub sei ein "Spion" gewesen. In anderen
Landesteilen richteten Rebellen nach Taliban- und Behördenangaben
drei weitere Menschen wegen angeblicher Spionage oder wegen
Zusammenarbeit mit den afghanischen Behörden hin.
Schneider geköpft.
In der südostafghanischen Provinz Ghazni hätten Rebellen einen
Schneider am helllichten Tage aus seinem Geschäft geschleppt und
geköpft, sagte der Verwaltungschef des Bezirks Karabagh, Khwaja
Muhammad Seddiqi. Der Schneider habe Uniformen für Regierungssoldaten
genäht. Je ein weiterer Fall wurde aus der Provinz Kapisa nordöstlich
von Kabul und aus der südöstlichen Provinz Paktika gemeldet.
Noch mehr Tote.
US-geführte Koalitionstruppen und afghanische Soldaten haben in
Helmand nach Militärangaben rund 20 Aufständische getötet. Die
Koalition teilte mit, die Soldaten seien am Montag beschossen worden
und hätten das Feuer erwidert. Zivilisten seien nicht verletzt oder
getötet worden. Ein Taliban-Sprecher sagte, ausländische Truppen
hätten bei einem Bombenangriff in Helmand bis zu 30 Zivilisten
getötet. Der Polizeichef der Provinz Ghazni, Alishah Ahmadzai, sagte
am Montag, seit einem Hinterhalt der Taliban am Vortag würden neun
Polizisten vermisst. Nach dem Angriff der Rebellen auf einen Konvoi
und dem anschließenden Gefecht sei der Kontakt zu den Beamten
verloren gegangen.
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Noch mehr Tote: US-geführte Koalitionstruppen und afghanische Soldaten haben in Helmand nach Militärangaben rund 20 Aufständische getötetFoto © APA












