Fukuda neuer Chef der japanischen Regierungspartei
Mit Yasou Fukuda wird die Hoffnung auf Bewältigung der gegenwärtigen Krise der LDP erhofft. Fukuda ist Nachfolger des zurückgetretenen Shinzo Abe.

Foto © ReutersYasuo Fukuda
Die in Japan regierende konservative
Liberaldemokratische Partei (LDP) hat den früheren Kabinettsminister
und Regierungssprecher Yasuo Fukuda als Nachfolger des
zurückgetretenen Partei- und Regierungschefs Shinzo Abe zum
Parteivorsitzenden gewählt.
Wahl.
Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im
Unterhaus in Tokio ist dem 71-jährigen moderaten Politiker auch die
am Dienstag stattfindende Wahl zum neuen Ministerpräsidenten sicher.
Auf den als gemäßigt konservativ geltenden Fukuda entfielen 330 der
insgesamt 527 Delegiertenstimmen, auf den erzkonservativen
Ex-Außenminister Taro Aso 197.
Rettung?.
Die Wahl Fukudas war allgemein erwartet worden. Die seit mehr als
50 Jahren fast ununterbrochen regierende LDP hofft, dass er die
Partei aus der gegenwärtigen Krise führen kann. Unter Abe, der nur
ein Jahr amtierte, hatte die LDP nach Skandalen und
Ministerrücktritten im Juli bei der Oberhauswahl eine der schwersten
Niederlagen ihrer Geschichte erlitten. Vergangene Woche hatte der
seither erkrankte Abe überraschend seinen Rücktritt bekanntgegeben.
Karriere.
Fukuda absolvierte ein Wirtschaftsstudium und arbeitete 17 Jahre
für eine japanische Ölfirma, davon zwei Jahre in den USA. Später
wurde er politischer Assistent seines Vaters Takeo Fukuda, der von
1976 bis 1978 als einer der "Patriarchen" der LDP japanischer
Ministerpräsident war. 1990 wurde der "junge" Fukuda erstmals in ein
politisches Amt gewählt. Diplomatische Erfahrungen sammelte er
während seiner Zeit als Kabinettsminister und Regierungssprecher
unter dem Vorgänger des derzeitigen Ministerpräsidenten Abe,
Junichiro Koizumi. 2004 trat Fukuda überraschend zurück. Zuvor hatte
er eingeräumt, Zahlungen in die Rentenkasse unterschlagen zu haben.
Insider sagten damals, tatsächlich sei sein Rücktritt auf
Streitigkeiten mit Koizumi zurückgegangen.
Kooperativ.
Außenpolitisch hat sich Fukuda stets für eine Verbesserung der
historisch schwer belasteten Beziehungen zu China und Südkorea
eingesetzt. Er befürwortet ebenso wie Abe eine enge Zusammenarbeit
mit den USA und will die Marine-Unterstützung des japanischen
Militärs für die US-geführte "Operation Enduring Freedom" in
Afghanistan über den 1. November hinaus verlängern. Die Opposition,
die die zweite Parlamentskammer (Oberhaus) kontrolliert, ist
allerdings dagegen. Im Streit mit Nordkorea um dessen Atomprogramm
will Fukuda einen gemäßigten Ton anschlagen.
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Die Beziehungen zu vielen asiatischen Staaten, insbesondere zur Volksrepublik China, Südkorea und Nordkorea sind vor allem wegen einer verpassten Aufarbeitung der imperialistischen Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiterhin angespannt.
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