Kinderbetreuung: Kärnten lässt Geld des Bundes liegen
Ministerin Bures bietet drei Millionen für Ausbau der Betreuungsplätze. Die Kärntner Parteien streiten, ob es einen Bedarf dafür gibt.
Ein ordentliches Missverständnis gibt es anscheinend zwischen Klagenfurt und Wien. Frauenministerin Doris Bures (SPÖ) will für ihr Vorhaben, die Kinderbetreuungsplätze auszubauen, "positive Signale" vom Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) erhalten haben. Bures war Ende August in Kärnten, um den zuständigen Regierungsmitgliedern ihren Plan für ein von Bund und Ländern kofinanziertes Ausbauprogramm zu präsentieren. Dabei habe es "kein positives Signal" gegeben, dementiert der für die Kinderbetreuung verantwortliche Landesrat Gerhard Dörfler (BZÖ).
Geld "nicht lukrieren". Kärnten könne und werde das Geld des Bundes "nicht lukrieren", sagt Dörfler. Bures bietet drei Millionen Euro für die nächsten drei Jahre, das Land müsste ebenso viel aufbieten. Das Angebot sei "schön, aber kein Mensch braucht es", so der orange Landesrat. Denn in Kärnten gäbe es 1431 Kinderbetreuungsplätze mehr als nachgefragt. Insgesamt gibt es in Kärnten 18.833 genehmigte Plätze. Davon werden derzeit 17.402 genutzt.
"Über den Schatten springen". Landeshauptmannstellvertreterin Gaby Schaunig (SPÖ) sieht das anders. Sie fordert Haider und Dörfler auf, "über ihren parteipolitischen Schatten zu springen" und das Geld des Bundes zu investieren, vor allem in Einrichtungen für Kleinkinder. Dörfler will stattdessen eine Mitfinanzierung des Bundes für das kostenlose Vorschuljahr.
Verärgert. Das "Gezänk" ärgert die grüne Landtagsabgeordnete Barbara Lesjak. Sie fordert BZÖ und SPÖ auf, für eine kostenlose, flächendeckende und flexible Kinderbetreuung zu sorgen.













