Geiselnehmer drohen: "Schlachten ihn wie ein Schaf"
Seit sieben Monaten befindet sich ein Deutscher in der Gewalt irakischer Geiselnehmer. Diese stellen nun der deutschen Regierung ein letztes Ultimatum.

Foto © ReutersSinan Krause verabschiedet sich von seiner Mutter, die mittlerweile in Freiheit ist
Die Entführer des seit sieben Monaten
im Irak verschleppten Deutschen Sinan Krause haben der deutschen
Regierung ein neues Ultimatum gestellt. Deutschland müsse innerhalb
von zehn Tagen seine Truppen vollständig aus Afghanistan abziehen,
verlangten sie in einem in der Nacht auf Dienstag im Internet
aufgetauchten Video. Andernfalls würden sie Krause töten. Dies sei
ihre letzte Frist.
Mutter im Juli frei gelassen. Hannelore Krause, die früher für den österreichischen
Handelsdelegierten in Bagdad arbeitete, wurde am 10. Juli von den
Entführern auf freien Fuß gesetzt. Eine Stimme in dem Video sagte,
sie sei freigekommen, weil sie zum Islam übergetreten sei. Danach
forderte die Stimme, Deutschland müsse seine Truppen innerhalb von
zehn Tagen aus Afghanistan abziehen oder "wir werden ihn schlachten
wie ein Schaf". Hannelore Krause hat die deutsche Regierung bereits
mehrmals um einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan gebeten, um
das Leben ihres Sohne zu retten.
Fakten
Sinan Krause und seine Mutter
Hannelore waren am 6. Februar aus ihrem Haus in Bagdad entführt
worden. Zu der Tat bekannte sich eine Gruppe namens "Pfeile der
Rechtschaffen-
Video im Internet veröffentlicht. Die mutmaßlichen Entführer haben das Video nach Angaben des
US-Unternehmens Intelcenter, das auf die Überwachung islamistischer
Webseiten spezialisiert ist, auf einer islamistischen Internetseite
veröffentlicht. Es ist nach Angaben des Unternehmens zwei Minuten und
44 Sekunden lang. Auf von Intelcenter veröffentlichten Ausschnitten
aus dem Video ist Hannelore Krause zu sehen, die ihren 20-jährigen
Sohn drückt. Beide halten ein Glas Tee in der Hand.
Hoffnung auf Wiedersehen. In dem nur bruchstückhaft verständlichen
Dialog scheint der gefasst wirkende Sinan Krause seine Mutter zu
ermutigen, für ihn sei es am wichtigsten, dass sie nun gehen könne.
Er hoffe, dass sie seinen Geburtstag zusammen feiern könnten.
Abwarten im Auswärtigen Amt. "Der Krisenstab geht den Meldungen über ein neues Ultimatum
nach", sagte unterdessen eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Im
Moment könne man dazu aber noch nichts sagen.
Features
Schwerpunkt
Dritte Geiselnahme
Im Jänner 2006 wurden zwei Techniker im Irak verschleppt und nach mehr als drei Monaten befreit worden. Im November 2005 wurde die Archäologin Susanne Osthoff im Nordirak entführt. Sie kam nach mehr als dreiwöchiger Geiselhaft frei.














