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    Zuletzt aktualisiert: 11.09.2007 um 11:34 Uhr

    Geiselnehmer drohen: "Schlachten ihn wie ein Schaf"

    Seit sieben Monaten befindet sich ein Deutscher in der Gewalt irakischer Geiselnehmer. Diese stellen nun der deutschen Regierung ein letztes Ultimatum.

    Sinan Krause verabschiedet sich von seiner Mutter, die mittlerweile in Freiheit ist

    Foto © ReutersSinan Krause verabschiedet sich von seiner Mutter, die mittlerweile in Freiheit ist

    Die Entführer des seit sieben Monaten im Irak verschleppten Deutschen Sinan Krause haben der deutschen Regierung ein neues Ultimatum gestellt. Deutschland müsse innerhalb von zehn Tagen seine Truppen vollständig aus Afghanistan abziehen, verlangten sie in einem in der Nacht auf Dienstag im Internet aufgetauchten Video. Andernfalls würden sie Krause töten. Dies sei ihre letzte Frist.

    Mutter im Juli frei gelassen. Hannelore Krause, die früher für den österreichischen Handelsdelegierten in Bagdad arbeitete, wurde am 10. Juli von den Entführern auf freien Fuß gesetzt. Eine Stimme in dem Video sagte, sie sei freigekommen, weil sie zum Islam übergetreten sei. Danach forderte die Stimme, Deutschland müsse seine Truppen innerhalb von zehn Tagen aus Afghanistan abziehen oder "wir werden ihn schlachten wie ein Schaf". Hannelore Krause hat die deutsche Regierung bereits mehrmals um einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan gebeten, um das Leben ihres Sohne zu retten.

    Fakten

    Sinan Krause und seine Mutter Hannelore waren am 6. Februar aus ihrem Haus in Bagdad entführt worden. Zu der Tat bekannte sich eine Gruppe namens "Pfeile der Rechtschaffen-heit".

    Video im Internet veröffentlicht. Die mutmaßlichen Entführer haben das Video nach Angaben des US-Unternehmens Intelcenter, das auf die Überwachung islamistischer Webseiten spezialisiert ist, auf einer islamistischen Internetseite veröffentlicht. Es ist nach Angaben des Unternehmens zwei Minuten und 44 Sekunden lang. Auf von Intelcenter veröffentlichten Ausschnitten aus dem Video ist Hannelore Krause zu sehen, die ihren 20-jährigen Sohn drückt. Beide halten ein Glas Tee in der Hand.

    Hoffnung auf Wiedersehen. In dem nur bruchstückhaft verständlichen Dialog scheint der gefasst wirkende Sinan Krause seine Mutter zu ermutigen, für ihn sei es am wichtigsten, dass sie nun gehen könne. Er hoffe, dass sie seinen Geburtstag zusammen feiern könnten.

    Abwarten im Auswärtigen Amt. "Der Krisenstab geht den Meldungen über ein neues Ultimatum nach", sagte unterdessen eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Im Moment könne man dazu aber noch nichts sagen.


    Dritte Geiselnahme

    Im Jänner 2006 wurden zwei Techniker im Irak verschleppt und nach mehr als drei Monaten befreit worden. Im November 2005 wurde die Archäologin Susanne Osthoff im Nordirak entführt. Sie kam nach mehr als dreiwöchiger Geiselhaft frei.

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