NPD-Verbot stößt auf Skepsis
Schwierig ist dabei vor allem der Einsatz von V-Leuten, wie mehrere Politiker am Samstag betonten. Stoiber (CSU) lehnt ein NPD-Verbotsverfahren ab. Er sieht den Erfolg in einem "politisch Kampf" gegen die Partei.

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Die Forderung des deutschen SPD-Chef Kurt
Beck nach einem neuen NPD-Verbotsverfahren in Deutschland ist auf
Skepsis gestoßen. Rheinland-Pfalz
will jetzt die Bemühungen, ein Verbotsverfahren einzuleiten,
koordinieren. Nach dem Angriff auf zwei Afrikaner in Guntersblum bei
Mainz wurde unterdessen der Haftbefehl gegen den mutmaßlichen
Haupttäter bestätigt.
Spitzel weiter nutzen.
"Wir müssen Mittel und Wege finden, wie auch nach einem Verbot
V-Leute gegen die NPD eingesetzt werden können", sagte der Mainzer
Innenminister Karl Peter Bruch. Er kündigte an, er werde demnächst
die SPD-Ministerkollegen aus den Ländern einladen, um zu klären, wie
man die Spitzel weiter nutzen könne. "Diese schwierige Hürde muss
beim Bundesverfassungsgericht genommen werden."
Tarnung darf nicht auffliegen.
Beck erklärte, es wäre unverantwortlich, die Beobachtung der NPD
durch V-Leute einzustellen. Um den Anforderungen des
Verfassungsgerichts nachzukommen, reiche es möglicherweise aus, die
Spitzel künftig zurückhaltender agieren zu lassen. "Sie dürfen zum
Beispiel nicht als Agent Provocateur auftreten", erklärte der
rheinland-pfälzische Ministerpräsident. Wie das in der Praxis
funktionieren soll, ohne dass die Tarnung auffliegt, ist aber noch
völlig unklar. "Darüber müssen sich jetzt die Sicherheitsleute
konkrete Gedanken machen", sagte Beck.
Unterstützung.
Unterstützung erhielt Beck von Umweltminister Sigmar Gabriel
(SPD), dem Berliner Innensenator Ehrhart Körting und dem Vorsitzenden
des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy, der sich dafür
aussprach, die V-Leute des Verfassungsschutzes zuvor aus der Partei
abzuziehen.
Verbotsverfahren wenig zielführend.
Skeptisch äußerte sich der schleswig-holsteinische Innenminister
Ralf Stegner. Ein Verbotsverfahren mache nur Sinn, wenn der Erfolg
sicher sei, erklärte er. Auch der hessische Innenminister Volker
Bouffier (CDU) gab zu bedenken: "Ein Verbotsverfahren ist wenig
zielführend." Die NPD müsse politisch mit Argumenten bekämpft werden.
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2003 war ein Versuch gescheitert, die NPD als verfassungswidrige Partei verbieten zu lassen: Im Bundesverfassungsgericht fand sich nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit, um das Verbotsverfahren zu eröffnen.
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