Italien will betrunkenen Autofahrern die Autos beschlagnahmen
Nach mehreren schweren Unfällen in Italien - allein am vergangenen Wochenende gab es 36 Todesopfer - will die Regierung in Rom scharf gegen Alkohol am Steuer vorgehen.

Foto © APDer Alarm ist in Italien groß
Innenminister Giuliano Amato forderte die Beschlagnahme des Fahrzeugs
für Trunkenheitsfahrer. Die Maßnahme war bereits im Gesetzprojekt zur
Reform der Straßenverkehrsordnung enthalten, die die Regierung dem
Parlament vorgelegt hatte.
Alkohol ist Droge. In der Abgeordnetenkammer war sie jedoch gestrichen worden. Nur bei Drogen am Steuer sieht das verabschiedete Gesetzprojekt die Beschlagnahme des Fahrzeugs vor. Amato will nun dem Senat den ursprünglichen Entwurf vorlegen, in dem Alkohol und Drogen am Steuer gleich gestellt werden.
2.000 Euro. Verkehrsminister Alessandro Bianchi forderte Geldbußen von bis zu 2.000 Euro und einen Führerscheinentzug bis zu einem Jahr für betrunkene Autofahrer. Wer mit Alkohol im Blut einen Unfall verursacht, soll künftig eine Gefängnisstrafe absitzen müssen. "Wer einen Menschen tötet, weil er im Alkohol- oder Drogenrausch Auto fährt, muss hinter Gitter landen", meinte der Minister.
Italien alarmiert. Der Alarm ist in Italien groß. Am Wochenende wurde eine 16-Jährige in Pinerolo bei Turin von einem betrunkenen Autofahrer getötet, dem in den vergangenen Monaten ereits drei Mal wegen Alkoholisierung der Führerschein entzogen worden war. Am Freitag hatte ein betrunkener Autofahrer einen Unfall verursacht, bei dem drei Kinder ums Leben gekommen waren.
Nationales Problem. "Die Sicherheit auf den Straßen ist ein nationales Problem. Wir werden die Strafen für die schwerwiegendsten Vergehen verschärfen", so Bianchi. Auf den italienischen Straßen kommen jährlich 5.500 Personen ums Leben. 300.000 Personen werden verletzt. 30 Prozent der Unfälle werden durch Alkohol verursacht. Vier Millionen Italiener trinken zu viel und eine Million sind Alkohol abhängig.
Features
36 Tote
Allein am vergangenen Wochenende wurden 36 Todesopfer verzeichnet.
1.106 Führerscheine wurden wegen verschiedener Vergehen entzogen.
Trotzdem seien die Straßenverkehrs-
kontrollen zu niedrig, mahnte Verkehrsminister Bianchi.












