Ex-SPÖ-Präsidentschaftskandidat Kurt Steyrer 87-jährig gestorben
Der Linzer war bei der Präsidentschaftswahl 1986 dem ÖVP-Kandidaten Kurt Waldheim unterlegen, zu der er eher widerwillig angetreten war.

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Der frühere Umwelt- und Gesundheitsminister sowie Präsidentschaftskandidat Kurt Steyrer (87) ist tot. Der SPÖ-Politiker
ist Montag um 21.00 Uhr den Folgen einer kurzen, schweren Erkrankung
erlegen, teilte der Sprecher von Gesundheitsstadträtin von Sonja
Wehsely (SPÖ) am Dienstag mit. Steyrer war bei der Präsidentschaftswahl 1986 dem ÖVP-Kandidaten Kurt Waldheim unterlegen, der erst vor vier Wochen gestorben ist. Er hinterlässt eine Ehefrau und zwei erwachsene Söhne.
Umwelt- und Gesundheitsminister. SPÖ-Kanzler Bruno Kreisky hatte Steyrer 1981 als Umwelt- und Gesundheitsminister in sein Kabinett geholt. Auf Drängen von Kreiskys Nachfolger Fred Sinowatz trat er 1986 gegen Waldheim an, unterlag dem ÖVP-Kandidaten aber in der Stichwahl mit 46,1 gegen 53,9 Prozent. Am Dienstagabend starb Steyrer in der Wiener Rudolfsstiftung - er hat Waldheim damit um nur ein Monat überlebt.
Wider Willen. Steyrer war ein Präsidentschaftskandidat wider Willen: In einem ORF-Interview hatte Steyrer seinerzeit betont, 1984 auf das Angebot des damaligen SP-Vorsitzenden Sinowatz eigentlich "sehr ablehnend reagiert" zu haben. "Lieber Fredl, laß' mich in Ruh'", habe er damals gemeint. Er hätte eine "gewisse Aversion" gegen diese Aufgabe gehabt und sei sich "aus verschiedenen Gründen" bald klar geworden, dass er die Wahl nicht gewinnen könne. Er habe sich aber dennoch voll eingesetzt.
"Denkzettelwahl". Seine Wahlniederlage sah Steyrer einerseits in der damaligen Kampagne gegen Waldheim begründet, die zu einer "Solidarisierung der Kriegsgeneration" und auch zu einer stärkeren Medienpräsenz seines Kontrahenten geführt habe, und andererseits darin, dass es sich - etwa angesichts der damaligen schweren Krise in der Verstaatlichten Industrie - um eine "Denkzettelwahl" für die SPÖ gehandelt habe.
Features
Steckbrief
Steyrer wurde am 3. Juni 1920 in Linz geboren. Nach seinem
Medizinstudium trat er 1946 der SPÖ und der Sozialistischen
Ärzte-
vereinigung bei.
1975 wurde er als Wiener SPÖ-Abgeordneter in den Nationalrat gewählt. Im
Jänner 1981 holte ihn der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky als
Umwelt- und Gesundheitsminister.












