Deutschland und Dänemark einig über Fehmarnbelt-Brücke
Eines der größten Infrastruktur-Projekte Nordeuropas wird realisiert. Um 5,6 Milliarden Euro wird die umstrittene Fehmarnbelt-Brücke zwischen Deutschland und Dänemark gebaut.

Foto © APADietrich Austermann, Wolfgang Tiefensee und Flemming Hansen präsentieren stolz den ersten Entwurf
Deutschland und Dänemark rücken noch
ein Stück näher zusammen. Nach 15-jährigem Ringen haben sich beide
staaten auf Bau und Finanzierung der Fehmarnbelt-Brücke über die
Ostsee geeinigt. Die Kosten von etwa 5,6 Mrd. Euro übernimmt Dänemark
fast komplett - Deutschland trägt lediglich 800 Mio. Euro für die
Hinterlandanbindung in Schleswig-Holstein.
2018 soll Bauuschluss sein.
Die Brücke von der Ostseeinsel Fehmarn nach Lolland in Dänemark
soll im Jahr 2018 dem Verkehr übergeben werden und die Fahrzeit nach
Skandinavien verkürzen. "Die Ost- und Nordseeregion Deutschlands,
Dänemarks, Skandinaviens wächst damit näher zusammen", sagte der
deutsche Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee am Freitag in Berlin.
"Historischer Moment".
"Nach schwierigen Verhandlungen ist uns jetzt endlich der
Durchbruch gelungen", sagte der Minister nach der abschließenden
Gesprächsrunde. Sein dänischer Kollege Flemming Hansen sprach von
einem historischen Moment. Er räumte ein, dass er Tiefensee bei der
Finanzierung am liebsten stärker in die Pflicht genommen hätte. "Herr
Tiefensee ist ein harter Verhandlungspartner." Die Maut-Kosten für
die Fahrt über die neue Brücke, die Dänemark von privaten Investoren
bauen lassen will, würden in etwa auf dem Niveau der jetzigen
Fährkosten liegen - zwischen 50 und 55 Euro. Dafür sinke die
Fahrtzeit deutlich auf eine Viertelstunde.
EU-Gelder.
Tiefensee und Hansen zeigten sich zuversichtlich, für das
grenzüberschreitende Infrastrukturprojekt auch EU-Gelder zu bekommen.
In den nächsten Monaten wollen beide Seiten die Absichtserklärung zu
einem Staatsvertrag weiterentwickeln. Obwohl auch Ausstiegsklauseln
vereinbart wurden, sagten beide Ressortchefs zu, die Einigung nicht
wieder in Frage zu stellen.
Features
Fehmarnbelt
Der Fehmarnbelt unterbricht auf rund 20 Kilometern die direkte Landverbindung zwischen dem Großraum Kopenhagen/Südschweden im Norden sowie der Region Hamburg/Lübeck im Süden. Hier sind im Halbstunden-Rhythmus auf der so genannten Vogelfluglinie Fähren im Einsatz, die für eine Überfahrt jeweils 45 Minuten benötigen.
Finanzierung
Die Brücke soll durch private Investoren finanziert und mit Staatsgarantien abgesichert werden. 1,5 Mrd. Euro werden von der EU erwartet. Die Investitionen sollen durch die Maut wieder hereinkommen.













