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Zuletzt aktualisiert: 29.06.2007 um 19:41 Uhr

Deutschland und Dänemark einig über Fehmarnbelt-Brücke

Eines der größten Infrastruktur-Projekte Nordeuropas wird realisiert. Um 5,6 Milliarden Euro wird die umstrittene Fehmarnbelt-Brücke zwischen Deutschland und Dänemark gebaut.

Dietrich Austermann, Wolfgang Tiefensee und Flemming Hansen präsentieren stolz den ersten Entwurf

Foto © APADietrich Austermann, Wolfgang Tiefensee und Flemming Hansen präsentieren stolz den ersten Entwurf

Deutschland und Dänemark rücken noch ein Stück näher zusammen. Nach 15-jährigem Ringen haben sich beide staaten auf Bau und Finanzierung der Fehmarnbelt-Brücke über die Ostsee geeinigt. Die Kosten von etwa 5,6 Mrd. Euro übernimmt Dänemark fast komplett - Deutschland trägt lediglich 800 Mio. Euro für die Hinterlandanbindung in Schleswig-Holstein.

2018 soll Bauuschluss sein. Die Brücke von der Ostseeinsel Fehmarn nach Lolland in Dänemark soll im Jahr 2018 dem Verkehr übergeben werden und die Fahrzeit nach Skandinavien verkürzen. "Die Ost- und Nordseeregion Deutschlands, Dänemarks, Skandinaviens wächst damit näher zusammen", sagte der deutsche Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee am Freitag in Berlin.

"Historischer Moment". "Nach schwierigen Verhandlungen ist uns jetzt endlich der Durchbruch gelungen", sagte der Minister nach der abschließenden Gesprächsrunde. Sein dänischer Kollege Flemming Hansen sprach von einem historischen Moment. Er räumte ein, dass er Tiefensee bei der Finanzierung am liebsten stärker in die Pflicht genommen hätte. "Herr Tiefensee ist ein harter Verhandlungspartner." Die Maut-Kosten für die Fahrt über die neue Brücke, die Dänemark von privaten Investoren bauen lassen will, würden in etwa auf dem Niveau der jetzigen Fährkosten liegen - zwischen 50 und 55 Euro. Dafür sinke die Fahrtzeit deutlich auf eine Viertelstunde.

EU-Gelder. Tiefensee und Hansen zeigten sich zuversichtlich, für das grenzüberschreitende Infrastrukturprojekt auch EU-Gelder zu bekommen. In den nächsten Monaten wollen beide Seiten die Absichtserklärung zu einem Staatsvertrag weiterentwickeln. Obwohl auch Ausstiegsklauseln vereinbart wurden, sagten beide Ressortchefs zu, die Einigung nicht wieder in Frage zu stellen.


Fehmarnbelt

Der Fehmarnbelt unterbricht auf rund 20 Kilometern die direkte Landverbindung zwischen dem Großraum Kopenhagen/Südschweden im Norden sowie der Region Hamburg/Lübeck im Süden. Hier sind im Halbstunden-Rhythmus auf der so genannten Vogelfluglinie Fähren im Einsatz, die für eine Überfahrt jeweils 45 Minuten benötigen.

Foto

Foto © APA

Bild vergrößernErste Computersimulation der BrückeFoto © APA

Finanzierung

Die Brücke soll durch private Investoren finanziert und mit Staatsgarantien abgesichert werden. 1,5 Mrd. Euro werden von der EU erwartet. Die Investitionen sollen durch die Maut wieder hereinkommen.

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