"Tag und Nacht zu Gesprächen bereit"
Für Vizekanzler Wilhelm Molterer (ÖVP) ist eine spätere Ortstafellösung vorstellbar.
Der Runde Tisch in Wien blieb ergebnislos. Kann es noch eine Ortstafellösung geben?
Wilhelm Molterer:
Ich bin bereit, die Gespräche Tag und Nacht fortzusetzen. Es gab am Runden Tisch in mehreren Punkten Übereinstimmung: für eine Verfassungslösung oder dass die Öffnungsklausel nicht mehr notwendig ist. Es liegt ein Kanzler-Vorschlag vor, zu dem es noch keinen Konsens gibt.
Sie betonen das Noch?
Wilhelm Molterer: Mein Vorschlag am Runden Tisch lautete: Nehmen wir den Konsens vom Vorjahr und nehmen wir die Öffnungsklausel heraus. Das heißt dann, dass wir über die 141 vom Vorjahr verhandeln müssen mit der Frage: Gibt es einen Weg zwischen den 141 und 163 aus dem Gusenbauer-Vorschlag. Das ist auf breites Interesse geschlossen. Ich appelliere an alle, nicht fixe Termine zu nennen, sondern jede Chance des Gespräches zu suchen.
Gusenbauer nennt den 6. Juli als Deadline für eine Ortstellösung, Sie wollen das Thema bis zum Herbst vertagen?
Wilhelm Molterer: Wenn es ein paar Wochen länger dauert, ist es ok. Weil es um die Lösung geht. Es wird nicht möglich sein, bis zum heutigen Parlaments-Ausschuss die offenen Fragen zu klären. Es gibt aber auch einen Herbst.
Diesmal scheint dieÖVP zum Verhinderer zu werden, weil sie Jörg Haider vorschiebt, der die Lösung mittragen müsste.
Wilhelm Molterer: Politisches Ziel muss ein breiter Konsens mit Kärnten sein. Es gibt ja die historische Erfahrung aus dem Jahr 1972 (Ortstafelsturm, Anm.).
Breiter Konsens auch ohne Landeshauptmann Haider?
Wilhelm Molterer: Ich gehe davon aus, dass wir die Gespräche mit dem Ziel einer Einigung führen.












