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Zuletzt aktualisiert: 28.06.2007 um 12:53 Uhr

Kärntner SPÖ: Schwere Zeiten für Gaby Schaunig

Die Kärntner SPÖ-Chefin wird mit Problemen, wie Ortstafeln bis hin zu innerparteilichen Zerwürfnissen und Kritik, konfrontiert.

Kanzler Gusenbauer und Kärnten-Chefin Schaunig

Foto © APAKanzler Gusenbauer und Kärnten-Chefin Schaunig

Die Kärntner SPÖ-Chefin Gaby Schaunig ist derzeit nicht zu beneiden. In den vergangenen Wochen ist die stellvertretende Landeshauptfrau mit einer Fülle an Problemen konfrontiert worden, angefangen von innerparteilicher Kritik über eine Brüskierung ihrer Person in der Ortstafelfrage bis zu einer drohenden Zerreißprobe innerhalb der Klagenfurter SPÖ. Dass die 42-jährige Klagenfurterin dabei noch nicht das Lachen verlernt hat, ist erstaunlich.

Enttäuschung. Die bisher wohl schwerste Enttäuschung erlebte Schaunig, die seit Oktober 2005 die Partei führt, jetzt im Zuge der Ortstafeldiskussion. Nachdem sie monatelang geschwiegen und sich beharrlich geweigert hatte, ihre Vorstellung bezüglich Gesamtzahl der zweisprachigen topographischen Ortsbezeichnungen kund zu tun, ging sie damit vor wenigen Tagen an die Öffentlichkeit. Sie sei für 141 Tafeln, auf einige mehr oder weniger käme es nicht an, ließ Schaunig wissen. Die "141er Lösung" war aber vor einem Jahr an der Zustimmung der SPÖ im Parlament gescheitert.

Gusenbauer. Die Kärntner SPÖ-Landesvorsitzende hatte allerdings die Rechnung ohne den Bundesparteichef gemacht: Der von Alfred Gusenbauer präsentierte Entwurf für eine Verfassungslösung sieht mit 163 die höchste Anzahl an zweisprachige Ortstafeln vor, die bisher ein Nicht-Slowenenvertreter verlangt hat. Der Bundeskanzler macht damit nicht nur dem Koalitionspartner ÖVP das Leben schwer, der ebenfalls für 141 Tafeln plus-minus einige wenige eintritt, er desavouierte vor allem seine Kärntner Parteifreundin. In politischen Kreisen war man nämlich davon ausgegangen, dass in Wien schon längst eine Einigung auf die Zahl 141 erfolgt sei, als Schaunig diese öffentlich machte.

Ortstafelrunde. Als dem aber offenkundig nicht so war, fehlten nicht nur Gaby Schaunig, sondern auch allen betroffenen SPÖ-Bürgermeistern Südkärntens buchstäblich die Worte. In der großen Ortstafelrunde am Dienstag verharrten die Kärntner Roten in eisigem Schweigen. Tags darauf meinte ein hoher Kärntner SPÖ-Funktionär zur APA: "Die Gaby kann einem wirklich Leid tun, wenn sie von Gusenbauer derart überfahren wird."


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