Die gebrochenen Wahlversprechen der SPÖ
Mit dem gescheiterten Eurofighter Ausstieg hat die SPÖ ein weiteres Wahlversprechen gebrochen.

Foto © AP
Auf den Jubel des Wahltages folgte für die SPÖ die Ernüchterung des
Regierungsprogramms - zentrale Wahlversprechen wie die Studiengebühren
abschaffen, die Gesamtschule einführen und die Eurofighter stornieren scheiterten am Widerstand der ÖVP. Die eigene Parteijugend begleitete
die Rückkehr ins Kanzleramt mit Buh-Rufen und Pfiffen,
Parteiaustritte folgten.
Facharbeitermodell und Erbschaftssteuer.
Auch im Streit um das von Kanzler Alfred Gusenbauer anfangs
abgelehnte (aber im Regierungsprogramm vorgesehene)
Facharbeitermodell und um die vom Verfassungsgericht aufgehobene
Erbschaftssteuer konnte sich die SPÖ nicht durchsetzen. Das medial
vermittelte "Umfaller"-Image haftete so nachhaltig an der
Kanzler-Partei, dass sich die Wiener SPÖ mit einer Plakatkampagne im
März spöttelnd von den Bundes-Genossen distanzierte. Offiziell wurde
ein Zusammenhang des Slogans "Wien hält, was es verspricht" mit der
Regierungsarbeit freilich dementiert.
Eurofighter-Ausstieg.
Erstmals wirklich Oberwasser hätte die SPÖ nun beim
symbolträchtigen Wahlversprechen Eurofighter-Ausstieg bekommen können. Doch auch dieses Wahlversprechen ist nun gebrochen. Die SPÖ sieht das freilich anders. "Wenn es
Verteidigungsminister Norbert Darabos gelingt, 400 Millionen Euro
Steuergeld einzusparen, das nicht mehr in der Tasche des
Rüstungskonzerns Eurofighter landet, sondern für wichtige Projekte in
Österreich verwendet werden kann, dann ist das ein toller Erfolg für
die Steuerzahler", erklärte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Josef
Kalina. "Die Vorgängerregierung hat
Österreich diesen desaströsen Kaufvertrag eingebrockt, der
SPÖ-Minister hat Österreich da raus geholt", betonte er.
Gerettete Millionen.
An die ÖVP
appellierte der Bundesgeschäftsführer, sie solle die
"Schüssel-Vergangenheit vergessen und gemeinsam mit der SPÖ
erarbeiten, in welchen Bereichen die von Darabos geretteten Millionen
eingesetzt werden können". Dass der Komplett-Ausstieg nicht möglich
ist liegt laut Kalina an dem "für die Republik so nachteiligen
Vertrag" der Vorgängerregierung.
.













