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Zuletzt aktualisiert: 20.06.2007 um 16:45 Uhr

OMV im Iran: US drohen mit massiven Sanktionen

Die USA warnen die österreichische Regierung und die OMV mit Nachdruck davor, das geplante Gasgeschäft mit dem Iran zu realisieren. Als "äußerstes Mittel" werde von US-Seite die Anwendung des "Iran Sanctions Act" nicht ausgeschlossen.

Foto © APA

Die USA warnen die österreichische Regierung und die OMV mit Nachdruck davor, das von dem börsenotierten österreichischen Energiekonzern geplante Gasgeschäft mit dem Iran zu realisieren. Es gebe seit längerem darüber Gespräche mit Vertretern der österreichischen Regierung sowie Vertretern der OMV, hieß es am Mittwoch von Seiten hochrangiger US-Regierungsvertreter vor Journalisten in Wien. Als "äußerstes Mittel" werde von US-Seite die Anwendung des "Iran Sanctions Act" nicht ausgeschlossen, sollte der Deal realisiert werden.

Verteidigt

OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttens-
torfer
, Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) und Außenministerin Ursula Plassnik (V) haben das Projekt bisher verteidigt.

Intensive Gespräche. "Das Gesetz ist da, es könnte angewendet werden", sagte ein US-Regierungsvertreter. Ein endgültiger Beschluss darüber, den Sanctions Act erstmals anzuwenden, sei aber noch nicht gefasst worden. Die Gespräche mit Österreich fänden "auf recht hohem Level" und "ziemlich intensiv" statt und würden so auch weitergeführt, um die österreichische Seite davon zu überzeugen, von dem Iran-Deal Abstand zu nehmen. Derartige Gespräche würden nicht nur mit der OMV, sondern auch mit anderen Gesellschaften mit Iran-Ambitionen geführt, etwa mit dem spanischen Ölkonzern Repsol in Madrid.

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Foto vergrößernMuss sich die OMV vom Geschäft verabschieden?Foto © APA

Schwerwiegende Sanktionen. Gemäß dem Iran Sanctions Act können die USA Strafmaßnahmen gegen Firmen ergreifen, die mehr als 14,9 Millionen Euro im Iran investieren. Solche Firmen können etwa vom US-Kapitalmarkt ausgeschlossen werden. Auf dem Spiel stehe dabei die Reputation der OMV in der internationalen Wirtschafts- und Finanzwelt. So würden sich etwa Banken bzw. Investmentbanken Geschäftsbeziehungen mit der OMV genau überlegen, deutete der US-Vertreter eine mögliche Isolation des österreichischen Energiekonzerns in der Finanzwelt an.

Durchkreuzung der Strategie. Der Iran-Deal müsse unter politischem Blickwinkel gesehen werden, so der US-Vertreter: Die OMV, an der der österreichische Staat über die ÖIAG einen Anteil von 31,5 Prozent hält, durchkreuze damit die multilaterale Strategie der USA und Europas gegenüber dem Iran. Problematisch seien nicht Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran an sich, sondern Geschäfte im Energiesektor in einer derart hohen Größenordnung. Der Iran nutze die Einnahmen aus dem profitablen Öl- und Gasgeschäft nämlich genau dazu, sein Atomprogramm bzw. die Urananreicherung voranzutreiben.


Das Geschäft

Das geplante Erdgas-
geschäft
zwischen dem Iran und der OMV soll nach iranischen Presseberichten ein Geschäftsvolumen bis zu 22 Millarden Euro über die nächsten 25 Jahre ausmachen. Die OMV erklärte dazu, es sei ein nicht-bindender Vorvertrag u.a. über ein Entwicklungsprojekt im South-Pars-Gasfeld unterzeichnet worden.

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Bild vergrößernOMV-Chef Wolfgang RuttenstorferFoto © APA

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