"Überwachung auch mit 18 Fliegern lückenhaft"
Dieter Szolar, Kärntner Fliegerlegende, kennt die österreichische Luftwaffe wie nur wenige. Seine Meinung zum Eurofighter und zur Polit-Debatte.

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Als Oberst in Ruhe und Ex-Abfangjägerpilot - was fällt ihnen beim Reizwort Eurofighter ein?
Dieter Szolar: Die Typenentscheidung fiel ausgerechnet auf den Tag meiner Pensionierungsfeier. Ich freute mich für die Piloten, endlich ein Flugzeug "state of the art" zu bekommen.
Das klingt nach der Überzeugung, dass der Eurofighter gut ist für Österreich?
Szolar: Der Eurofighter ist sogar sehr gut für Österreich. In den nächsten Jahrzehnten werden 620 Eurofighter, die von Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien bestellt wurden, den Luftraum über Europa beherrschen. Vor diesem Hintergrund war es wohl sicherlich die gescheiteste Lösung, egal, wie das künftige Sicherheitssystem heißen möge. Wichtig ist, dass die Systeme innerhalb der zusammenarbeitenden Ländern kompatibel sind.
Braucht ein kleines, neutrales Land wie Österreich überhaupt eine eigene Luftraumverteidigung?
Szolar: Von einer Luftraumverteidigung ist hier nicht die Rede, sondern von einer Luftraumüberwachung und Luftraumsicherung. Bitte dies nicht zu ver
wechseln! Eine echte Luftraumverteidigung erfordert eine sehr große Anzahl von Flugzeugen. Dies kann sich fast kein Land mehr leisten.
Wenn wir uns ohnehin nicht verteidigen könnten, warum dann der Milliardenaufwand?
Szolar: Weil wir eine Luftraumpolizei brauchen, die auf die geänderten Bedrohungsbilder reagieren können muss. Allein schon wegen des Terrorismus. Die Hauptaufgabe ist inzwischen die Luftraumüberwachung und -sicherung. Ob zuletzt beim Putin-Besuch, im Herbst beim Papst Besuch oder im nächsten Jahr bei der Fußball-EM - der Luftraum muss entsprechend überwacht und gesichert werden können.
Features
Zur Person
Dieter Szolar (65) war 42 Jahre Heerespilot, flog die Jets Fouga Magister CM 170, Saab 105 OE sowie Saab 35 OE Draken. Mitglied der legendären Staffel "Karo As".
Eurofighter
Er flog ihn als erster Österreicher am Simulator.
Fakten
Heute
Szolar ist Präsident der Eliteflieger "Alte Adler". Chef des "Teams 2000" (Formationskunstflug).












