Die sieben Schlüsselfragen zum Gipfel
1. Wer ist die G-8, die ab heute im ostdeutschen Heiligendamm tagt?
Die G-8 ist die Gruppe der sieben führenden Industrienationen USA, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada plus Russland.
2. Warum nehmen gerade diese acht Staatschefs an diesem Gipfel teil?
Die Ölkrise und der Zusammenbruch des Systems der festen Wechselkurse brachte 1975 die damals sechs führenden Wirtschaftsmächte USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien zusammen. Ein Jahr später kam Kanada dazu. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde ab Mitte der 90er-Jahre auch der russische Präsident zum Gipfeltreffen eingeladen. Seit 2002 ist Russland vollwertiges Mitglied. Damit wollte die Gruppe vor allem den Wandel in Russland in Richtung Marktwirtschaft und Demokratie unterstützen.
3. Sollte die Runde nicht erweitert werden?
Dafür gibt es viele Befürworter, denn die boomenden Schwellenländer China und Indien haben mittlerweile ein größeres weltwirtschaftliches Gewicht als Italien oder Kanada. Und viele Themen der G-8 – Klimaschutz, Stabilität der weltweiten Finanzmärkte, der Schutz geistigen Eigentums oder die Hilfe für Afrika – sind ohne Beteiligung dieser Länder nicht zu lösen. Doch ein Teil der G-8-Mitglieder sperrt sich gegen eine Erweiterung der Runde, unter ihnen auch die derzeitige deutsche G-8-Präsidentschaft: Eine Erweiterung gehe auf Kosten der Effizienz, zudem sei die Gruppe eine "Wertegemeinschaft", deren Werte etwa China nicht teile. Seit 2001 werden die fünf wichtigsten Schwellenländer China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika aber stets zum "Dialog" eingeladen.
4. Was hat die G-8 bisher erreicht?
Greifbarste Ergebnisse der vergangenen Jahre waren eine verstärkte Zusammenarbeit bei Sicherheits- und Wirtschaftsfragen und milliardenschwere Aktionsprogramme. 2002 zum Beispiel machten die G-8 insgesamt 20 Milliarden Dollar für die Verschrottung von Atom- und Chemiewaffen in Russland locker, 2005 einigten sie sich auf einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt.
5. Was wird diesmal herauskommen?
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Erwartungen inzwischen heruntergeschraubt: Auf konkrete Klimaschutzziele oder Regeln für die hoch spekulativen Hedgefonds wird sich – vor allem wegen des Widerstandes der US-Regierung – die Gruppe wohl nicht einigen. Einen Beschluss dagegen könnte es beim Kampf gegen die Produktpiraterie geben – Berlin will ein weltweit elektronisches Informationssystem der Zollbehörden. Auch höhere Finanzhilfen für Afrika zur Bekämpfung von Aids und Malaria und ein neuer Impuls für die stockenden Verhandlungen zur Liberalisierung des Welthandels sind drin.
6. Was kostet dieser Gipfel in Heiligendamm?
Allein die Kosten für die Sicherheitsvorkehrungen belaufen sich auf schätzungsweise 92 Millionen Euro, davon 12,5 Millionen für den umstrittenen Sicherheitszaun rund um Heiligendamm. Er soll aber nach dem Gipfel verkauft werden, möglicherweise an einen Zoo. Insgesamt 17.000 Polizisten sind im Einsatz.
7. Wie viele Gipfel dieser Art gab es bisher?
33. Der erste fand 1975 im französischen Rambouillet statt, damals noch mit sechs Teilnehmern.












