"68er-Revoluzzer" von einst sind heute zahme Senioren
Statt Umbruch ist Stabilität gefragt, ergibt eine aktuelle Umfrage unter Österreichs "68ern".

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Aus der einstigen wilden "68er-Generation" sind
mittlerweile zahme Senioren geworden. Was diese - mittlerweile über
50-jährige - Gruppe von Österreichern heute in ihrem politischen
Empfinden bewegt, hat nur mehr entfernte Ähnlichkeit mit dem
Reformgeist von einst. So lautet das Ergebnis einer am Donnerstag
veröffentlichten Studie des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS.
Vergleich. Anlässlich seines 35-jährigen Bestehens nahm das IMAS-Institut den
Zeitraum von 1973 bis 2007 genauer unter die Lupe und knüpfte an
einer Jugend-Umfrage an, die man vor 34 Jahren schon einmal
durchgeführt hatte. Wurden damals 1.524 Jugendliche im Alter von 15
bis 24 Jahren befragt, richtete man jetzt ausgewählte Fragen aus
dieser Studie für eine "demoskopische Zeitreise" an 1.022 Personen im
Alter zwischen 50 und 60 - denn so alt sind die "randalierenden
Jugendlichen" von "damals" heute.
Wandel. Das Ergebnis lässt die Experten einen "drastischen
Bewusstseinswandel" erkennen. Galten die Befragten vor 35 Jahren
großteils noch als "revolutionär", "undiszipliniert", "antiautoritär"
und propagierten den gesellschaftlichen Umbruch, schlug die
mittlerweile in das Seniorenalter vorgerückte Generation in der
neuerlichen Befragung sanftere Töne an: Von den einst 51 Prozent, die
damals angaben, sie würden Gefallen an vielen Veränderungen und
Abwechslung im Leben finden, konnten jetzt nur noch 18 Prozent dieser
Einstellung etwas abgewinnen. 57 Prozent vertraten die Meinung, dass
es am Besten wäre, wenn alles seinen gewohnten Gang gehen und
persönliche Veränderungen im Leben ausbleiben würden. Im Vergleich zu
1973 ist das übrigens ein sattes Plus von 42 Prozentpunkten.
Interesse. Auffällig ist auch das stark gestiegene Interesse am politischen
Geschehen im gehobenen Alter: Bekundeten das 1973 nur 15 Prozent der
Jugendlichen, waren es 34 Jahre später fast 36 Prozent. Gestiegen ist
dabei auch das Interesse am aktuellen Weltgeschehen: Hier gab in der
aktuellen Umfrage fast die Hälfte der Befragten an, dass sie
versuchen würde, sich über das, was in der Welt geschieht, am
Laufenden zu halten, 1973 waren es nur 39 Prozent.
Pläne. "Viele Ziele und Pläne" haben heute nur mehr 29 Prozent der
Befragten, in ihrer Jugend waren es immerhin 40 Prozent. Dafür ist
die Zahl jener, die "sich gerne darüber unterhalten, was man in
Österreich besser machen könnte" von 24 auf 37 Prozent gestiegen.
Features
Umfrage
Nur ein knappes Fünftel der Österreicher über 50
Jahre fühlt sich alt. Laut einer Studie des
Meinungsforschungs-
institut Fessel-GfK zählen sich rund 50 Prozent noch nicht zum alten Eisen. Drei von zehn Befragten
berichteten sogar von einem Aufblühen im Alter. Fast zwei Drittel fühlen sich jünger,
als sie tatsächlich sind.













